Tirschenreuth RKI: "Biertraditionen als Corona-Katalysator"

Warum hat sich der Landkreis Tirschenreuth zum Corona-Hotspot entwickelt? Eine Studie des Robert-Koch-Instituts soll das Rätsel lösen. Am Mittwochmorgen veröffentlichte der Landkreis das Ergebnis.

"Ein Fest alleine war für die hohen Fallzahlen nicht verantwortlich", wird Landrat Roland Grillmeier in einer Pressemitteilung des Landratsamtes Tirschenreuth am Mittwoch zitiert. Vielmehr lag es laut Bericht an der "Verkettung mehrerer Faktoren" wie Rückkehrern vom Skiurlaub und verschiedenen Veranstaltungen "und vermutlich auch an unerkannten Fällen zu Beginn der Corona-Krise".

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Im Bericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) heißt es dazu: "Der erste Gipfel der epidemischen Kurve am 10. März 2020 lässt sich vermutlich auf eine Zusammenspiel der drei Faktoren Reiserückkehrer, Zoiglstube in Mitterteich und Starkbierfest, ebenfalls in Mitterteich, zurückführen." Deshalb ziehen die Experten des RKI folgendes Fazit: "Die deutliche Überproportionalität der Fälle in der Gemeinde Mitterteich an der Gesamtfallzahl im Landkreis zu Beginn des Ausbruchs deutet darauf hin, dass die beiden Biertraditionen dort als Katalysator des Geschehens dienten." Die Maßnahmen von Gesundheitsamt und Katastrophenschutz sowie die am 18. März verhängte Ausgangssperre konnten den weiteren Anstieg an Infektionen in Mitterteich stoppen.

Als Ursache für die hohe Zahl an Todesfällen im Landkreis Tirschenreuth wird vermutet, dass es eine hohe Dunkelziffer gab, "wonach sich der Anteil der Todesfälle im Verhältnis zu den Infizierten deutlich verringern könnte", so das Landratsamt. Zudem waren im Landkreis überproportional viele Personen im fortgeschrittenen Alter und mit Vorerkrankungen betroffen.