Tischtennis in Bad Rodach TSV-Damen steigen in Regionalliga auf

Die Tischtennis-Damen marschieren als Aufsteigerinnen in der Oberliga Bayern zum Titelgewinn. Das Saisonfinale lassen sich sowohl Bürgermeister als auch Landrat nicht entgehen.

Die Tischtennisspielerinnen des TSV Bad Rodach haben am 1. Mai keine Wanderung absolviert oder einen Ausflug mit der Familie unternommen. Die Akteurinnen machten sich stattdessen auf den Weg Richtung Regionalliga. Vorausgegangen waren zwei Erfolge im Schlussspurt der Oberliga-Saison.

Dass die letztjährigen Aufsteigerinnen in die Oberliga Bayern die Liga so dominieren würden, war vorher nicht abzusehen, schließlich startete man die Saison mit der jüngsten Mannschaft, die diese Spielklasse vermutlich je gesehen hat. Mit der elfjährigen Koharu Itagaki, der zwölfjährigen Sophie Schirm und der 14-jährigen Svenja Schirm standen drei Nachwuchstalente im Aufgebot des TSV Bad Rodach, das durch die erfahrenen Spielerinnen Manuela Bienek, Shinobu Itagaki und zur Rückrunde durch Camila Castillo ergänzt wurde. 16 Siege, ein Unentschieden und nur eine Niederlage stehen in der Premierenspielzeit zu Buche.

Peter Müller, Tischtennis-Abteilungsleiter des TSV Bad Rodach, konnte seine Gefühlswelt nach dem Meisterstück kaum beschreiben: „Ich kann es immer noch nicht fassen was unsere Damen als Aufsteigerinnen in der Oberliga Bayern abgeliefert haben. Es ist einfach nur unglaublich!“ Und Pressewart Norbert Thumser fügte hinzu: „Hätte jemand zu Beginn der Saison behauptet, unsere Damen würden die Meisterschaft erringen, dann hätte ich ihn wohl für verrückt erklärt. Nun haben es unsere Damen geschafft, dass ich es bin, der verrückt ist, tischtennisverrückt.“

Die erfolgreichen Anfänge

Wirft man aber einen Blick auf die vergangenen Tischtennisjahre beim TSV Bad Rodach, hätte man durchaus denken können, dass sich in diese erfolgreiche Richtung etwas entwickeln würde. Der Pressewart erinnert sich an die Anfänge in der Saison 2018/19, „als erstmals in unserer Damenrangliste mit Svenja und Sophie Schirm zwei kleine Mädchen auftauchten und auch noch ihre Tante Manuela im Gepäck hatten“. In jener Spielzeit stand am Ende die Meisterschaft in der Bezirksklasse A und sowie der deutsche Pokalsieg für Bezirksklassen. 2019/20 folgte der Titel in der Bezirksoberliga.

Ab der Saison 2020/21 begann beim TSV im Mädchen- und Damenbereich die Kooperation mit dem TSV Bad Königshofen. Neben dem Aufstieg in die Verbandsliga stellte Bad Rodach auch eine Mannschaft eine Klasse höher (Verbandsoberliga).

Mit der damals erst elfjährigen Koharu Itagaki und ihrer Mutter Shinobu wurde die Mannschaft durch zwei Spielerinnen vom TSV Bad Königshofen ergänzt. Dann schlug Corona zu und die Saison wurde abgebrochen. In den wenigen Spielen, die ausgetragen wurden, deutete sich ab, dass um den Meistertitel mitgespielt werden würde. Nachdem bekannt wurde, dass aus der Oberliga Bayern Mannschaften zurückziehen werden, „nahmen wir die Chance wahr und meldeten unsere Damen in die fünfthöchste Bundesspielklasse für die Saison 2021/22“, erklärt Norbert Thumser, „es ist schon ein beachtlicher Weg, den der TSV Bad Rodach mit seiner Damenmannschaft innerhalb kürzester Zeit hinter sich hat und der nun auch noch weitergeht.“

Platz eins oder zwei?

Obwohl bereits vor dem letzten Spieltag der TSV Bad Rodach als feststehender Meister gehandelt wurde, hätte es durchaus auch nur Platz zwei in der Tabelle werden können. Für den TSV stand fest, dass man auf ihre Nummer eins Koharu Itagaki würde verzichzen müssen. Die Elfjährige befand sich mit dem Deutschen Tischtennisbund auf einem WTT Youth Contender in Linz. Die Nummer zwei, Camila Castillo, stand ebenfalls nicht zur Verfügung. Die Chilenin weilt aktuell in ihrer Heimat. Für den TSV war es keine einfache Ausgangssituation für die anstehenden letzten beiden Spiele, da der ESV München Freimann einen Tag vorher auch sein letztes Spiel beim TTC Birkland mit 6:4 gewaonnen hatte und somit feststand, dass aus zwei Partien am letzten Spieltag für Bad Rodach mindestens ein Unentschieden erreicht werden musste.

Am Donnerstag vorher kam aber die überraschende Meldung: Der Post SV Augsburg musste die Begegnung kurzfristig absagen und das Spiel wurde mit 10:0 für den TSV Bad Rodach kampflos gewertet. Somit stand die Meisterschaft bereits fest. Die Damen des TSV hielten aber an ihrem Ziel, wenigstens ein Unentschieden gegen den TSV Lauf zu holen bei, um auf sportlichem Weg die Saison mit der Meisterschaft abzuschließen – und das mit Erfolg.

Vor einer beachtlichen Zuschauerkulisse, von der sich auch der TSV Lauf erstaunt zeigte, fand die Begegnung statt. Unter den Gästen waren auch Landrat Sebastian Straubel, der Bürgermeister von Meeder Bernd Höfer sowie der 1. Bürgermeister von Bad Rodach Tobias Ehrlicher.

Beide Mannschaften lieferten sich einen tollen Schlagabtausch, der letztendlich verdient mit 7:3 für Bad Rodach endete und die Meisterschaft in der Oberliga auch sportlich besiegelte besiegelte. In der kommenden Saison geht es für die TSV-Damen dann in der Regionalliga Süd weiter.

TSV Bad Rodach - TSV Lauf 7:3. Bienek, Manuela/Schirm, Sophie – Karg, Emilia/Spörrer, Susanne 3:1 (12:10, 10:12, 11:9, 11:9); Schirm, Svenja/Itagaki, Shinobu – Ermer, Saskia/Küber, Alexandra 3:1 (11:8, 11:5, 10:12, 11:9); Bienek, Manuela – Karg, Emilia 1:3 (7:11, 7:11, 11:6, 7:11); Schirm, Sophie – Ermer, Saskia 3:2 (7:11, 11:9, 11:5, 9:11, 11:8); Schirm, Svenja – Spörrer, Susanne 3:2 (11:9, 6:11, 4:11, 11:7, 14:12); Itagaki, Shinobu – Küber, Alexandra 3:1 (11:5, 12:14, 11:9, 11:9); Bienek, Manuela – Ermer, Saskia 1:3 (11:9, 8:11, 8:11, 8:11); Schirm, Sophie – Karg, Emilia 2:3 (11:5, 4:11, 4:11, 11:7, 8:11); Schirm, Svenja – Küber, Alexandra 3:2 (14:12, 3:11, 9:11, 13:11, 13:11); Itagaki, Shinobu – Spörrer, Susanne 3:0 (11:5, 11:7, 11:7).

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