Nach einem Todesfall entscheidet sich die übergroße Mehrheit der Angehörigen in Bayern für eine Feuerbestattung. Laut Zahlen der Gütegemeinschaft Feuerbestattungsanlagen lag der Anteil im Vergleich zu den Erdbestattungen zuletzt bei 77 Prozent. Betroffene sprechen sich auch deshalb für eine Einäscherung aus, weil sie ihren Angehörigen nach dem Tod nicht (finanziell) zur Last fallen wollen. Mit den neuen Gebühren für die zweite Leichenschau – die an diese weitergereicht werden – gerät dieser Wunsch ins Wanken. 119 Euro sind nicht einfach aus der Portokasse zu zahlen. Makaber: Bei verstorbenen Kleinstkindern fällt der relative Preisanstieg besonders drastisch aus, in Hof kostet die Einäscherung jetzt doppelt so viel. Hier ist ein Nachsteuern des Gesundheitsministeriums, das die Gebühr festlegt, dringend nötig. Angesichts von mehr als 1000 Tötungsdelikten, die laut einer Schätzung alljährlich unaufgedeckt bleiben, ist die zweite Leichenschau aber sinnvoll. Wenn dadurch nur ein Verbrechen mehr aufgeklärt werden kann, hat sich der Aufwand gelohnt.
Tod und Begräbnis Würde muss gewahrt werden
Konstantin Kraft 09.04.2025 - 06:30 Uhr