Tourismus in Kronach Nicht nur für Archäologen bedeutende Schätze

Karl-Heinz Hofmann

Kronach erkannte erst spät die touristische Werbewirksamkeit von Lucas Cranach. Diesen Fehler will man nicht noch einmal machen.

Im August 2021 zeigte der Hobby-Archäologe Gregor Förtsch aus Stockheim Zeichnungen, wie die salierzeitlichen Türme zwischen Friesen und Birkach ausgesehen haben könnten. Foto: /Karl-Heinz Hofmann

Kronach hat so einige Pfunde, mit denen sie wuchern kann. Dies wurde einmal mehr bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Tourismus- und Stadtmarketing deutlich. Dazu zählt natürlich in erster Linie der berühmteste Sohn der Stadt, Lucas Cranach der Ältere. Anlässlich dessen 550. Geburtstages laufen bereits Veranstaltungen, wie etwa die Ausstellung „Cranach und Kronach, 550 gemeinsame Jahre?“, die jüngst im sakralen Fürstenbau unter der Fränkischen Galerie auf der Festung Rosenberg eröffnet wurde. Organisiert wurde sie von der Leiterin des Tourismus- und Veranstaltungsbetriebs der Stadt Kronach Kerstin Löw sowie vom Museologen Alexander Süß.

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Wie aus Sitzungsstimmen durchausselbstkritisch hervorging, habe man wohl zu spät die touristisch werbewirksamen Werke des berühmten Sohnes Lucas Cranach erkannt. Man gehe aber jetzt auf allen Kanälen forsch ran, um einiges nachzuholen. Gleiches gelte, so Hans Simon (SPD), für die Heunischenburg. Sie ist die älteste wissenschaftlich erforschte Steinburg Europas nördlich der Alpen.

Besuch der Heunischenburg lohnt sich

Süß gab im Anschluss einen Sachstandsbericht über die Umsetzung des Stadtratsauftrages von 2019, der damals neue Beschriftungen und Hinweisschilder wünschte. Hierzu habe man zwei wissenschaftliche Untersuchungen durchführen lassen und die Universität Erlangen wurde mit der Gestaltung der Stahlkonstruktion beauftragt. Jetzt arbeite man an der Standortbestimmung der Beschilderungen. Ein Besuch der Heunischenburg an der Gemarkungsgrenze zwischen Kronach-Gehülz und Mitwitz-Burgstall lohne sich zu jeder Jahreszeit. Von Gehülz aus könne der beschilderte Parkplatz mit Autos und Bussen leicht erreicht werden. Die Zufahrt habe die Stadt durch Grundstückserwerb gesichert.

Ebenso berichtete Süß über ein zweites archäologisch und geschichtlich bedeutendes Objekt der Stadt Kronach. Zwischen Gundelsdorf und Friesen habe man vor einigen Jahren archäologische Ausgrabungen vorgenommen, die darauf hindeuten, dass die Stadt Kronach schon 200 bis 300 Jahre vor ihrer bisher geglaubten Gründung ihren Ursprung hat.

Neue Touristenmagnete

Um die vom Stockheimer Hobbyarchäologen Gregor Förtsch aufgespürten salierzeitlichen Türme am Eichelsbach zwischen Friesen und Birkach weiter zu erforschen, habe sich eine „Archäologische Arbeitsgruppe Kronach“ (AAK) gegründet, so Süß. Auch hier seien das Grundstück und die entsprechende Zufahrt mittlerweile durch die Stadt gesichert. Beide Projekte könnten nicht nur archäologisch bedeutsame Orte werden, sondern auch Touristenmagnete.

Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU) ergänzte dazu, dass es wichtig und im Interesse der Stadt sei, beide Projekte touristisch erlebbar zu machen. Hans Simon zeigte sich glücklich darüber, dass sie zur Chefsache gemacht wurden, damit man nicht auch hier, wie bei Lucas Cranach, Zeit verliere. Daniel Götz (ZKC) regte an, neben Zufahrten und Parkplätzen auch Sitzgelegenheiten und Müllbehälter zu anzuschaffen.

Kombiticket wird teurer

Die Ausschussmitglieder folgten zudem der Empfehlung des Stadtrates, den Preis des Kombitickets für Erwachsene, das eine Führung sowie den Besuch der Fränkischen Galerie und der Sonderausstellungen auf der Festung Rosenberg enthält, ab sofort von neun auf elf Euro zu erhöhen.