Wie beeinflusst der laufende Iran-Krieg die Beziehungen?
Der Krieg wirkt wie ein Katalysator für die Entfremdung. Der Iran hat bereits mehrfach in den Golfstaaten und auch im einflussreichen Königreich US-Stützpunkte angegriffen. Angriffe auf die Prinz Sultan Air Base bei Riad haben den Saudis vor Augen geführt, dass sie die Zielscheibe sind, wenn sie den USA militärischen Handlungsspielraum gewähren.
Im Umgang mit dem Iran herrschen zunehmend Differenzen. Während die USA stärker auf militärische Abschreckung und Eskalationsbereitschaft setzen, will Saudi-Arabien weitere Eskalationen vermeiden. Riad versucht, Neutralität zu wahren, um nicht tiefer in den Konflikt hineingezogen zu werden. Entscheidungen werden stärker nach eigenen Sicherheitsinteressen getroffen, nicht automatisch im Einklang mit den USA. Strategische Kooperationen bleiben jedoch weiterbestehen.
Nach Informationen des "Wall Street Journal" haben Saudi-Arabien und Kuwait ihre Beschränkungen für das US-Militär inzwischen wieder aufgehoben. Im Fall Saudi-Arabiens sei dies das Ergebnis eines mehrerer Telefonate zwischen Trump und dem Kronprinzen gewesen.
Was bedeutet das für die zukünftige US-Präsenz in der Region?
Experten sehen ein Ende der uneingeschränkten US-Vorherrschaft. Saudi-Arabien orientiert sich zunehmend multilateral und bezieht auch Vermittler wie Pakistan oder China ein, um einen Ausweg aus der Eskalationsspirale mit dem Iran zu finden. Die US-Regierung muss erkennen, dass ihre Partner am Golf nicht mehr automatisch jede militärische Initiative mittragen, wenn ihre eigene nationale Sicherheit unmittelbar auf dem Spiel steht.