Innerhalb des Klubs wird Arbeloa für seine moderne Herangehensweise geschätzt, etwa für den Einsatz von Drohnen für Trainingsaufnahmen und seine aktive Einflussnahme während der Spiele, mit der er das B-Team auf Platz vier der dritten Liga führte. Zudem wird seine enge Verbindung zu mehreren Profis des Teams und seine Erfahrung als ehemaliger Spieler hervorgehoben, die ihm - wie es in Madrid heißt - Glaubwürdigkeit und Autorität im Kader verschaffen.
"Special One" als Vorbild
Er könne mit dem vorhandenen Kader ähnliche Erfolge wie Zidane erringen, heißt es in Madrid - auch wenn er als Coach und charakterlich eher mit dem früheren portugiesischen Clubtrainer José Mourinho verglichen wird.
Der "Special One" galt als Motivationskünstler, war aber auch ein umstrittener Provokateur. Ein ganz anderer Typ Trainer und Mensch also als der eher ruhige Alonso. Natürlich wurde Arbeloa auf der Pressekonferenz zu Mourinho gefragt: "Ich habe noch nicht mit ihm gesprochen. Für mich war es ein Privileg, von ihm trainiert zu werden. Es ist eine Person, die mich sehr geprägt hat."
Enorme Herausforderungen
Leicht wird seine Aufgabe aber nicht sein. Die Nerven liegen an der Avenida Concha Espina blank. Die Trennung von Alonso war eine Folge der sportlichen Krise: Neben Niederlage gegen Barcelona im Supercup-Finale hinkt Real auch in der Liga dem Team von Trainer Hansi Flick mit vier Punkten Rückstand hinterher. In der Champions League rangieren die Madrileños derzeit nur auf Platz sieben – die Playoffs drohen.
Dass Alonso der Alleinschuldige für die Real-Krise war, wird in Madrid aber nicht überall geteilt. Auch der Zwist mit Ex-Weltfußballer Vinícius Junior beschädigte den Ruf des in Leverkusen noch so gefeierten Alonso.
Die Berichte über den angeblich sehr komplizierten Kader lassen Arbeloa aber vorerst kalt. "Wir haben einen Kader mit großartigen Fußballern, und es sind alles gute Jungs. Niemand ist mehr daran interessiert, Titel zu gewinnen, als die Spieler."
Arbeloa muss sich nun zunächst in der Fußball-Provinz bewähren. Bereits am Mittwochabend steht das Pokal-Achtelfinalspiel gegen den Tabellen-17. der 2. Liga, Balompié Albacete. Für den Neuen gibt es keine große Einarbeitungszeit, schon am Samstag folgt das Liga-Duell gegen UD Levante und am Dienstag darauf erneut vor eigenem, sehr anspruchsvollen Publikum im Bernabeu-Stadion das Champions-League-Duell mit der AS Monaco. Die Probezeit läuft.