Training im Schockraum Eberner Schulsanis besuchen Rettungsdienst

Michael Will, BRK

Der BRK-Kreisverband Haßberge hat einen Aktionstag veranstaltet. Auch Schüler der Hofheimer Jacob-Curio-Realschulen und der Ernst-Schmidt-Realschule Ebern waren dabei.

Im Schockraum der Zentralen Notaufnahme gab Stefan Heilmann (links) vom Team der Notaufnahme interessante Einblicke in die Versorgung von Schwerverletzten. Foto: BRK/Michael Will

Um kennenzulernen, wie nach der Erstversorgung in der Schule die Arbeit des Rettungsdienstes und des Krankenhauses abläuft, haben die Haßberg-Kliniken, Haus Haßfurt, und der BRK-Kreisverband Haßberge in Kooperation auch dieses Jahr wieder einen Aktionstag für Schulsanitäter*innen veranstaltet – inzwischen der vierte seiner Art. An ihm nahmen Schulsanitäter der Hofheimer Jacob-Curio-Realschule, der Dr.-Ernst-Schmidt-Realschule Ebern und der Wallburg-Realschule Eltmann teil.

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An vier verschiedenen Stationen erhielten die Schüler Einblicke in den Rettungsdienst und die Haßberg-Kliniken. Ziel war dabei nicht zuletzt, den Jugendlichen die Arbeit in medizinischen Berufen näher zu bringen und sie im besten Fall für eine Ausbildung in diesem Bereich zu begeistern. Fachkräfte der Haßberg-Kliniken und des Bayerischen Roten Kreuzes standen Rede und Antwort und erzählten aus ihrem Berufsalltag.

Schulsanitäter aus den Realschulen Hofheim, Ebern und Eltmann erlebten einen interessanten Aktionstag und konnten dabei hinter die Kulissen des Rettungsdienstes und der Haßberg-Kliniken blicken. Foto: BRK/Michael Will

„Ich finde es beeindruckend, dass Jugendliche bereit sind, ihre Freizeit für andere zu investieren. Das ist gerade in den heutigen Zeiten nicht selbstverständlich“, freut sich Simone Gilley, stellvertretende Leiterin der Servicestelle Ehrenamt mit Bildung und Blutspenden, beim BRK-Kreisverband Haßberge. Solche engagierte junge Menschen als Mitarbeitende in der Klinik wünschen sich auch die drei Praxisanleiterinnen der Haßberg-Kliniken, Melanie Krämer, Eva Hückmann und Jenny Zier.

Den Schulsanitätern, die in Kooperation mit dem BRK-Kreisverband Haßberge ausgebildet und betreut werden, stand der Spaß an ihrer Tätigkeit bei dem Aktionstag ins Gesicht geschrieben. Wissbegierig und ohne Scheu erkundeten sie gemeinsam die Notaufnahme, ließen sich die notfallmedizinische Ausstattung im Rettungswagen erklären und übten fleißig die Reanimation und legten mitunter komplizierte Verbände an Kopf, Unterarm und Handgelenk an. Bunte Smoothies leckere Snacks Burger in der Pause, zubereitet von der Küche des Krankenhauses, waren ein weiterer schmackhafter Motivationsschub.

Notfallsanitäter Yannick Hansul (rechts) erklärte den Jugendlichen die Ausstattung eines Rettungswagens. Foto: BRK/Michael Will

Seitens der Haßberg-Kliniken wurde der Aktionstag von vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem pflegerischen Bereich aktiv unterstützt. Zur Begrüßung am Morgen war auch stellvertretende Pflegedirektorin Elisabeth Röhner gekommen. Der Blick hinter die Kulissen ermögliche den Schülerinnen und Schülern ganz neue Eindrücke und mache vielleicht Lust, nach der Schule in einem medizinischen Beruf seine Passion zu finden.

Besichtigung der Notaufnahme

Gestartet wurde der Aktionstag schließlich mit der Besichtigung der Notaufnahme. „Schockraum“ steht auf der Edelstahltür, hinter der sich direkt an der Liegend-Zufahrt der Klinik, für schwer erkrankte oder verletzte Patienten, die mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus eingeliefert werden, die erste Anlaufstelle befindet. Stefan Heilmann, Pflegefachkraft in der Notaufnahme, erklärte den Schülern die Ausstattung des Schockraums und wie hier kritisch kranke oder verletzte Menschen von einem Team aus Ärzten und Pflegepersonal in den ersten Minuten nach Ankunft im Krankenhaus soweit stabilisiert werden, dass anschließend eine weitere Diagnostik und Behandlung erfolgen kann.

An einer Station mussten die Schüler*innen ihr Erste-Hilfe-Können bei einer Reanimation unter Beweis stellen. Foto: BRK/Michael Will

Das BRK hatte einen Rettungswagen mitgebracht. Die Schüler konnten diesen ausgiebig von Innen betrachten und verschiedene notfallmedizinische Geräte wie EKG, Beatmungsgerät und Absaugpumpe und deren Funktionen kennenlernen. Notfallsanitäter Yannick Hansul gab fachkundige Erklärungen.

Bei der nächsten Station mussten die Schulsanis ihr Können dann unter Beweis stellen. Gemeinsam mit Simone Gilley und Tina Jäger vom BRK wurde beispielsweise die Reanimation an einer Übungspuppe trainiert.

Das Anlegen von Verbänden an Kopf, Unterarm und Handgelenk wurde bei Station 4 trainiert. Die BRK-Mitarbeiter Günther Schleelein und Franz Männling von der Realistischen Notfalldarstellung hatten dafür in den Schminkkoffer gegriffen. Als „Verletzte“ hielt Melanie Krämer (Praxisanleiterin der Haßberg-Kliniken) her, die eine realistisch aussehende Kopfplatzwunde, eine massive Schnittverletzung am Unterarm und eine Abschürfung an der Handfläche angeschminkt bekam.