Trauer Jürgen W. Heike verstorben

Jürgen W. Heike, langjähriger CSU-Landtagsabgeordneter in Coburg und Innen- und Staatssekretär, ist am Dienstagabend im Alter von 73 Jahren verstorben. Foto: NP-Archiv/Danny Sesselmann

Der langjährige Landtagsabgeordnete und Staatssekretär hat das Coburger Land mitgeprägt. Jetzt hat er den Kampf gegen eine schwere Krankheit verloren.

Vergangene Woche konnte er seinen 73. Geburtstag begehen, und wenige Tage vorher war er in einem Telefonat mit der NP-Redaktion optimistisch, dass er bald wieder an seinem Schreibtisch in seinem Büro in Neustadt sitzen könnte. Doch die schwere Krankheit, an der er seit Jahren litt und die er im Griff zu haben schien, war am Ende doch stärker: Am Dienstagabend hat Jürgen W. Heike den Kampf verloren. Er verstarb zu Hause im Kreise seiner Familie. „Mein Vater ist friedlich eingeschlafen, die Familie war bei ihm“, sagte Dominik Heike der Neuen Presse am Mittwochmorgen

Jürgen W. Heike hat das Coburger Land als bayerischer Innen- und Sozialstaatssekretär sowie Landtagsabgeordneter der CSU geprägt. Den CSU-Kreisverband Coburg-Land hat er ab 1992 23 Jahre lang geführt. Als Politiker ist Jürgen W. Heike immer wieder angeeckt, wenn es um seine Überzeugung ging, hat keine Auseinandersetzung auch mit Parteifreunden gescheut.

Eigentlich hatte Siegfried Möslein, vor Heike CSU-Landtagsabgeordneter und Vizepräsident des bayerischen Landtags, Gerhard Preß, den früheren Bürgermeister der Stadt Rödental, als seinen politischen Erben auserkoren. Daraus wurde nichts. Jürgen W. Heike erarbeitete sich das Vertrauen der Delegierten, wurde mit großer Mehrheit zum Landtagskandidaten der Coburger CSU nominiert und sicherte sich 1994 erstmals das Direktmandat. Dem Parlament gehörte er bis 2018 an. Bis dahin hat er das Direktmandat immer wieder verteidigt. Das ist keine Selbstverständlichkeit und spricht für das Vertrauen und die hohe Achtung, die ihm als Abgeordneten in der Stadt und im Landkreis Coburg entgegen gebracht wurde.

2008 trat Jürgen W. Heike als Landratskandidat gegen Michael Busch von der SPD an, weil Gerhard Preß unvermittelt seine Bewerbung zurückgezogen hatte. Heike stellte sich, auch wenn er dafür das von ihm mit Leidenschaft ausgefüllte Landtagsmandat aufs Spiel setzte, in den Dienst der Partei, wie er es immer getan hatte. Am Ende verlor er die Wahl, wenn auch knapp - und blieb Landtagsabgeordneter.

Martin Mittag, der Jürgen W. Heike als CSU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter nachfolgte, würdigte 2016 die Arbeit Jürgen W. Heikes für die CSU. Er habe sich als Landtagsabgeordneter sowie als Sozial- und Innenstaatssekretär der bayerischen Staatsregierung nicht nur um die „große Politik“ gekümmert, sondern sich auch scheinbar unwichtiger Probleme angenommen. Er hat sich nicht nur um „große“ Themen wie Krankenhaus und Hochschule Coburg gekümmert, sondern sich der Anliegen der Bürgerinnen und Bürger angenommen. Jürgen W. Heike hat, obwohl er in der Landespolitik im Freistaat ganz oben stand, die Bodenhaftung nie verloren und sich um die Menschen in der Region verdient gemacht.

Jürgen W. Heike beschrieb seine Überzeugung einmal so: ehrlich zu sein gegenüber den Bürgern, für die Sache zu arbeiten und engagiert für die eigene Überzeugung zu kämpfen.

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