Trockenheit Wallenfelser Flößerei vor dem Aus?

Rainer Glissnik

Die trockenen Sommer der vergangenen Jahre machen der Wallenfelser Attraktion zu schaffen. Nun sucht man nach einer Lösung. Der Bürgermeister verliert die Geduld.

Wie kann die Flößerei in Wallenfels dauerhaft gesichert werden? Um diese Frage ging es kürzlich im Kronacher Wasserwirtschaftsamt. Foto: NP-Archiv

Wie geht es mit der Flößerei in Wallenfels weiter? Mit diesem Thema befasste sich der Stadtrat in seiner Sitzung am Montagabend. Bürgermeister Jens Korn berichtete dabei von einem Treffen im Kronacher Wasserwirtschaftsamt. Im Herbst sollen Planungen für eine Machbarkeitsstudie ausgeschrieben werden, bei denen es um den Hochwasserschutz und um ein Rückhaltebecken für die Flößerei geht, sagte er. Bis Jahresende soll der entsprechende Auftrag vergeben werden, danach sind Geländeuntersuchungen vorgesehen.

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Das Thema beschäftigt die zuständigen Behörden schon seit Jahren. „Da ist in den letzten vier Jahren leider nichts passiert“, bedauerte Korn. Er zeigte dafür aber auch Verständnis: Das liege vor allem an der schwachen Personalbesetzung und an den Ereignissen der vergangenen Jahre. Das Amt habe sich vor allem auf die Probleme an der Ködeltalsperre mit der Sicherung der Trinkwasserversorgung konzentrieren müssen.

Bei dem Gespräch im Wasserwirtschaftsamt berieten sich Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner, Floßmeister Henry Stöcker und Bürgermeister Jens Korn unter anderem mit dem Abteilungsleiter des Wasserwirtschaftsamts, Matthias Schrepfermann. Insgesamt gehe es dabei um ein langfristiges Vorhaben mit einem zeitlichen Horizont von mehr als zehn Jahren, sagte der Rathauschef. Die aktuelle Trockenheit zeige aber, dass man eine kurz- bis mittelfristige Lösung brauche. Dazu werde es nun einen weiteren Termin geben, bei dem man unter anderem beraten werde, ob ein kleineres Staubecken möglich wäre. Dies habe man bereits intensiv mit dem Wasserwirtschaftsamt diskutiert. Hingewiesen wurde darauf, dass es in jedem Wehr kleine Durchlässe gebe, die geöffnet werden könnten. Die Wilde Rodach würde deshalb beim Aufstauen nicht trockenfallen. Korn machte deutlich, dass man dringend etwas unternehmen müsse, ansonsten sei die Flößerei gefährdet. Das betreffe auch die örtliche Gastronomie und den Wallenfelser Brauer.

Darüber hinaus informierte der Rathauschef die Stadträte, dass beim Schulhaus Wolfersgrün nun Zimmererarbeiten im Dachbereich anstünden. Danach kümmere man sich um die Heizung und um die Sanitäranlagen.

Beim Feuerwehrhaus Wallenfels gehen die Maurerarbeiten gut voran. Das Erdgeschoss sei fast fertig, berichtete Korn. Demnächst werde die Betondecke angeliefert. Für den geplanten Kneipp-Park werde der Leader-Antrag eventuell noch im Juli bewilligt, sodass das Vorhaben nächstes Jahr umgesetzt werden könne. Ende Juli beginnen außerdem Bauarbeiten in der Schützenstraße. Beim gemeindlichen Gebäude in der Rathausgasse 16 sei das Dach teilweise eingebrochen, informierte der Bürgermeister. Mit der Regierung bespreche man nun, was dort geschehen soll.

Darüber hinaus sprach sich der Stadtrat für eine neue Gebührensatzung in der Musikschule aus. Diese sieht eine moderate Erhöhung der Beiträge vor. Die geplante Einrichtung einer Bläserklasse sehe man als große Verbesserung, hieß es.

Bestätigt wurde die Wahl von Tobias Wolf zum neuen Kommandanten der Feuerwehr Geuser. Als dessen Stellvertreter fungiert nun Andre Schubert.

Außerdem wurde die Verwaltung beauftragt, ausgeschriebene Aufträge jeweils an den wirtschaftlichsten Bieter zu vergeben. Dabei geht es um Abbrucharbeiten, Gerüstbau und Baumeisterarbeiten am Marktplatz 11–12, um den Innen- und Außenputz am Marktplatz 4, um die Terrasse für die Marktplatzneugestaltung sowie um Kanal- und Tiefbauarbeiten in der Bahnhofsstraße. Für die Neugestaltung der Schützenstraße wurden Pflanzarbeiten an die Firma Feustel in Höhe von 40 897 Euro vergeben.

Jennifer Schmitt (Freie Wähler) sprach Probleme in der Eilastraße an. Die wenigsten Kraftfahrer hielten sich dort an Tempo 30, zudem sei die Parksituation schwierig. Sie schlug eine Linie als Begrenzung vor, damit Autos nicht bis an den Rand parken. Damit will man sich bei der nächsten Verkehrsschau befassen.