Trossenfurt 98,4 Prozent für Dorothee Bär

Christian Licha

Für CSU-Politikerin Dorothee Bär war es ein Heimspiel: Die 42-Jährige wurde von den Delegierten des Wahlkreises Bad-Kissingen zur Direktkandidatin für die Bundestagswahl 2021 nominiert.

„Wir stehen hinter unserer Dorothee Bär“: Steffen Vogel (CSU-Kreisvorsitzender Haßberge), Thomas Habermann (Landrat Rhön-Grabfeld), Dorothee Bär, Birgit Erb (CSU-Kreisvorsitzende Rhön-Grabfeld), Thomas Bold (Landrat Bad Kissingen), Sandro Kirchner (CSU-Kreisvorsitzender Bad Kissingen) und Bürgermeister Thomas Sechser der gastgebenden Gemeinde Oberaurach (von links) strahlten nach der Wahl um die Wette. Foto: /Christian Licha

Trossenfurt - „Dorothee Bär soll weiter unsere starke Stimme in Berlin sein“, sagte CSU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Steffen Vogel bei der Delegiertenversammlung des Bundeswahlkreis Bad Kissingen, die am Samstag auf dem Freigelände des Oberaurachzentrums in Trossenfurt stattfand. Mit einem herausragenden Ergebnis von 98,4 Prozent wurde Dorothee Bär erneut als Bundestagsabgeordnete nominiert. Von den 129 gültigen Stimmzetteln trugen 127 den Namen der Ebelsbacherin.

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„Wir haben nichts zu verbergen“, sagte Dorothee Bär angesichts der Nominierungsveranstaltung zu Coronazeiten. „Demokratie kann vor Corona keinen Halt machen“, verteidigte auch Steffen Vogel die Präsenzveranstaltung. Die 134 Delegierten versammelten sich unter freiem Himmel.

„Kann man sich um seinen Stimmkreis kümmern, wenn man die ‚Speerspitze der CSU im Bundestag’ ist?“, stellte Vogel als rhetorische Frage in den Raum und beantwortete diese auch gleich mit einem entschiedenen Ja: Dorothee Bär sei eine sehr engagierte Wahlkreisabgeordnete und bringe sämtliche Aufgaben unter einen Hut. Durch ihren Einfluss habe sie einiges für die Landkreise ihres Wahlkreises bewirken können. Alleine in den vergangenen drei Jahren seien mehr als zehn Millionen Euro als direkte Bundesförderung an die heimischen Kommunen ausgeschüttet worden.

Bär erklärte: „Gemeinsam mit unseren Kommunalpolitikern ist es gelungen, die Gelder auf den Weg zu bringen“, betonte die CSU-Politikerin, die als Beispiel die Bibliotheksförderung in Hofheim, die Förderung für das Schwimmbad in Bad Kissingen oder den Azubi-Shuttle in Rhön-Grabfeld anführte. Frei nach den Worten von Ministerpräsident Markus Söder erinnerte die Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung daran, dass es nicht darauf ankomme, mit wem die CSU in der kommenden Legislaturperiode regiere – sondern dass sie überhaupt noch in der Regierungsverantwortung stehe. Dass während der Corona-Pandemie politische Fehler gemacht wurden, gab Bär zu: „Mir hat es imponiert, dass eine Bundeskanzlerin sich hinstellt und das offen so ausspricht.“ Wichtig sei es, dass man aus Fehlern lerne, so die Parlamentarierin. Auch zur Maskenaffäre äußerte sich die Bundestagsabgeordnete: „Das gehört sich einfach nicht.“ Der überwiegende Teil der Bundestagsabgeordneten sehe die Parlamentsarbeit als Dienst am Menschen und bereichere sich nicht, versicherte sie den Delegierten.

Die 42-jährige Dorothee Bär wohnt in Ebelsbach und ist seit 2006 mit dem Hofer Landrat Oliver Bär verheiratet. Ihre politische Laufbahn begann sie 1992 in der Jungen Union und 1994 in der CSU. 2002 wurde Bär erstmals über die Landesliste der CSU in den Bundestag gewählt. Aktuell ist sie Staatsministerin im Bundeskanzleramt, Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung.

Die Delegierten aus den Landkreisen Haßberge, Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld wählten auch ihre Vertreter für die CSU-Landesversammlung, die über die Reihenfolge der Listenplätze entscheidet. Gewählt wurden Dorothee Bär, Thomas Bold, Birgit Erb, Thomas Habermann, Sandro Kirchner und Steffen Vogel. Ersatzdelegierte sind Juliane Demar, Nadine Fuhl, Steffen Hörtler, Stefanie Hümpfner, Christian Machon und Wilhelm Schneider.