TS Kronach Turnerschaft verliert über 100 Mitglieder

Jörg Schnappauf Foto: Archiv

Die Pandemie verschont den größten Verein des Landkreises nicht, kann ihn aber auch nicht erschüttern.

Kronach - „Wir haben uns jetzt durch eineinhalb Stunden digitale Jahreshauptversammlung durchgezoomt und wir bewegen Kronach auch weiterhin.“ Jörg Schnappauf, Vorsitzender der Kronacher Turnerschaft, war am Ende der Videokonferenz sichtlich stolz, dass rund 35 Mitglieder die Hauptversammlung an den Bildschirmen verfolgt hatten. Die anstehenden Wahlen erfolgten problemlos durch digitales Handheben. Eine kreative Lösung gab es auch für das Totengedenken, bei dem normalerweise alle Teilnehmer kurz aufstehen und inne halten. Hier wurden die Bildschirme schwarz, die Mikrofone stumm.

Neuwahlen standen zwar im Fokus, waren aber auch ziemlich schnell abgehakt. Personelle Veränderungen blieben dabei aus. Einiges an Neuigkeiten gab es trotzdem. Und die verbreitete Jörg Schnappauf gleich am Anfang der Videokonferenz in seinem Geschäftsbericht. Schnappauf stieg mit einer Nachricht ein, die fast schon vorhersehbar gewesen sei, nämlich einem Rückgang der Mitglieder. „Wir sind derzeit auf einem Stand 1140 Mitgliedern, so viele hatten wir zuletzt im Jahr 2018.“ Vertieft hatte das Thema später noch einmal Mitgliederwart Horst Zapf. Er berichtete von einem achtprozentigen Schwund, der den 110 Mitgliedern entspreche, die man im letzten Jahr verloren habe. Erklären könne man das natürlich mit der Corona-Krise, denn das Geld sitze nicht so locker für ein Angebot, das man kaum bis gar nicht habe wahrnehmen können. Zapf bestätigte, dass es keine bestimmte Altersgruppe sei, die er für die Austritte habe ausmachen können. Jörg Schnappauf meinte dazu: „Es haben einfach die Eintritte gefehlt, aber das wird sich bald wieder ändern. Die Menschen sind heiß darauf, sich wieder zu bewegen und sie sind heiß auf einen normalen Alltag.“

Ausgezeichnete Übungsleiter

Finanziell gehe es dem Verein gut, der immer noch der größte Sportverein im ganzen Landkreis sei. Das liege unter anderem an der „super Qualität“, die man biete und die durch ausgezeichnete Übungsleiter untermauert werde. „Unsere Arbeit ist wichtig, denn Bewegung und Sport ist das, was noch geblieben ist. Seitdem soziale Kontakte aus unserem Alltagsleben verschwunden sind, müssen wir uns wenigstens in Bewegung halten und Sport treiben.“ In welchem Umfang der Verein in diesem Jahr seinen Betrieb wieder aufnehmen könnte, wusste Schnappauf natürlich noch nicht genau. „Dass wir höchste Disziplin haben walten lassen, sieht man daran, dass es nicht einen einzigen Corona-Fall bei uns gab.“ Und so wolle man absolut bereits sein, wenn es wieder losgehen könne. Schnappauf: „So viele Gespräche, die ich im letzten Jahr geführt habe, gab es in den ganzen Jahren zuvor nicht.“

Einen Ausblick auf geplante Maßnahmen verschaffte der Vorsitzende ebenfalls und der betraf unter anderem die Erneuerung der Duschen in der Sporthalle. „Und wir planen einen Zugang zur Halle mittels Smartphone.“ Mit auf dem Schirm habe man Dach und Haustechnik, die ebenfalls einer Erneuerung bedürften, ebenso wie der Hallenboden. „Wir sind immer noch am Fitnesspark auf dem LGS-Gelände dran.“ Und an einer Stelle kam Schnappauf fast ins Schwärmen: „Schöne Visionen werden hoffentlich zur Realität.“ Dabei sprach er vom geplanten Beachvolleyballfeld in Steinberg.

Viele Herausforderungen

Anschließend kam Schnappaufs Frau Kerstin in ihrer Funktion als Schatzmeisterin zum Zug. Sie sprach von einem spannenden, zurückliegenden Jahr mit vielen Herausforderungen. Alles in allem stünde der Verein auch finanziell ganz gut da, bestätigte sie. Man habe Sondertilgungen für das Darlehen leisten können und das sei deshalb bald abbezahlt. „Dann können wir auch Rücklagen bilden, unter anderem für bauliche Maßnahmen.“ Quasi null auf null sei man von 2020 in 2021 gestartet und der Haushaltsplan sah genauso aus: „Wir planen mit rund 155 000 Euro an Einnahmen und ebenso viel an Ausgaben.“ Zu verdanken sie dies unter anderem auch der Tatsache, dass man sich Hallenmieten sparen könne, ergänzte der Vorsitzende.

Sportwart Reiner Rebhan sprach nur von einem sporadischen Sportbetrieb und blieb auch beim Ausblick für 2021 eher zurückhaltend: „Es sieht noch nicht ganz so gut aus.“ Das spiegelte sich auch in den Trainingsberichten der Abteilungsleiter wider, denn spätestens der zweite Lockdown habe so gut wie alles zum Erliegen gebracht.

Die Wahlen der Vorstandschaft führten zu folgendem Ergebnis: Zweiter Vorsitzender Wolfgang Ferner, Schatzmeisterin Kerstin Schnappauf, Sportwart Reiner Rebhan und Mitgliederwart Horst Zapf. Vorsitzender bleibt Jörg Schnappauf.

 

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