Tschirn Das Wasser wird teurer

Michael Wunder

Keine Bürgerversammlung, kein gutes Handynetz, eine schlechte Busverbindung für Grundschüler: DerRedebedarf ist groß.

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Tschirn - Die Bürger der Gemeinde Tschirn müssen künftig tiefer in die Tasche greifen. In der Gemeinderatssitzung am Mittwoch wurden die Wasser- und Abwassergebühren jeweils einstimmig und ohne Diskussion erhöht. Bürgermeister Peter Klinger (CSU) hatte zuvor an die bereits im Juli vorgestellte Gebührenkalkulation erinnert. Man sei sich auch einig darin, die eigenen Quellen beizubehalten und, wo nötig, zu ertüchtigen. Für die Filteranlage und UV-Behandlung seien 25 000 Euro an Investitionen notwendig.

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Auf Grundlage der verkauften rund 21 000 Kubikmeter muss der Preis für Wasser von 1,60 Euro auf 2,20 Euro angehoben werden. Die jährliche Grundgebühr wird von 24 Euro auf 36 Euro erhöht. Um staatliche Hilfen nicht zu gefährden, seien in das Zahlenwerk die Verluste des letzten Kalkulationszeitraums voll integriert worden. Nicht so hoch fiel die Erhöhung bei den Kanalgebühren aus. Dort steigt der Preis von 2,06 Euro auf 2,24 Euro. Die jährliche Grundgebühr beträgt 48 Euro. Beide Erhöhungen treten zum Beginn des nächsten Jahres in Kraft.

Klaus Daum (Alternative für Tschirn) löste mit der Forderung einer Bürgerversammlung eine lange Diskussion aus. Es sei wichtig, die Bürgerschaft einzubeziehen und mitzunehmen. Er kritisierte, dass der für den 4. November vorgesehene Termin nunmehr wieder nicht stattfindet. Auch sei wegen der Räumlichkeiten im ehemaligen Jugendheim nicht gefragt worden. Der Bürgermeister entgegnete, dass er mit dem Bayerischen Gemeindetag gesprochen habe und das Jugendheim zu klein sei, um den Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern einzuhalten. Er sei für die Durchführung und Sicherheit verantwortlich und könne nicht einfach darüber hinwegsehen, so Klinger. Daum meinte, in den Sommermonaten hätte man eine Bürgerversammlung ohne Probleme durchführen können. Er bezeichnete die fehlenden Informationen als wunden Punkt der Bürger. Eine Hinterzimmerpolitik sei nicht gefragt.

Infektionsschutz geht vor

„Ich lege Wert darauf, euch in die Entscheidung einzubeziehen und wollte heute noch mal mit euch reden“, sagte der Bürgermeister. In der gesamten Verwaltungsgemeinschaft gebe es aufgrund der Corona-Pandemie keine Bürgerversammlung, der Infektionsschutz sei vorrangig. Georg Barnickel (CSU) meinte, dass man sich bei so großem Interesse auch jederzeit an die Gemeinderäte wenden oder eine Gemeinderatssitzung besuchen kann. Man einigte sich schließlich darauf, eine Umfrage zu starten. Bei mehr als 30 Anmeldungen wird dann voraussichtlich am 25. November eine Bürgerversammlung in der Turnhalle in Teuschnitz stattfinden.

Weiterhin fragte Klaus Daum bezüglich des Handyempfangs nach. Er bemängelte, dass trotz vieler Versprechen nichts vorwärtsgehe. „Es gibt“, so Peter Klinger, „eine Zusage der Telekom.“ Voraussichtlich sei der Februar des nächsten Jahres das Ziel.

Zweiter Bürgermeister Markus Stauch löste mit der Schülerbeförderung eine weitere Diskussion aus. Er poche auf eine Änderung der Fahrzeiten. Die Situation sei für die Schüler der 1. und 2. Klasse nicht tragbar. Bürgermeister Peter Klinger versprach, weitere Gespräche zu führen.