Überfülltes Lager Pfadfinder plagen Sorgen

Bernhard Schäfer zeigt es: Die alte Mühle in Haarbrücken ist mit Altkleidersäcken überfüllt und muss bis Juni geleert werden. Foto: pet

Mit Altkleidersammlungen finanzieren die Pfadfinder ihr Haus in Fornbach. Während Corona funktioniert das aber nur eingeschränkt. Umso größer sind die Sorgen.

Neustadt - Die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) ist weniger ob ihres Namens bekannt, dafür aber aufgrund ihrer Altkleidersammlungen und ihres Pfadfinderhauses in Fornbach. Beide sind untrennbar miteinander verbunden, denn „ohne Sammlungen gäbe es kein Pfadfinderhaus“, stellt Vorsitzender Bernhard Schäfer klar.

Seit 56 Jahren betreiben die Pfadfinder nun diese Aktion. „1965 ging es los mit dem damals noch existierenden Pfadfinderstamm der DPSG Neustadt“, sagt Schäfer. Derzeit blickt er aber sorgenvoll in die Zukunft. Denn Corona-bedingt ist nun schon die vierte Sammlung ausgefallen – ein herber finanzieller Verlust für die Pfadfinder und letztlich für das Pfadfinderhaus in Fornbach.

Mit der Gründung des Fördervereins im Jahre 1976 übernahm dieser ab 1977 die Organisation der Sammlungen.

Unter dem Motto „Flinke Hände, flinke Füße“ unterstützten die Pfadfinder aber auch zahlreiche soziale Projekte im In- und Ausland. Der Stadt Neustadt wurde beim Bau der Frankenhalle ebenfalls finanziell unter die Arme gegriffen. Der Werbeslogan „Ihre Lumpen sind unser Stolz“ war damals in aller Munde.

Obwohl seit gut einem Jahr keine Sammlungen mehr durchgeführt werden durften, ist das Lager voll. „Wir haben aber von Monika Scheler schon seit Jahren die alte Mühle in Haarbrücken zur Verfügung gestellt bekommen, sodass wir zwischenlagern können“, dankt Schäfer. Obwohl man keine Straßensammlungen machen konnte, habe man über Telefonkontakte und Haushaltsauflösungen Abholungen im kleinen Kreis machen können, zeigt der Vorsitzende auf – „was für uns natürlich einen erheblichen Mehraufwand darstellt“. Im Mai, spätestens aber im Juni, muss das Lager jedoch geräumt werden, um Platz zu machen für neue Ware. „Über 20 Tonnen haben wir bislang hier gebunkert, die einen riesigen Jumbo-Lkw füllen“, weiß Schäfer. Diese Menge sei aber nur ein Bruchteil der sonst üblichen Umfänge.

Beliebter Treffpunkt

Das Pfadfinderhaus Fornbach mit dem dazugehörigen Zeltplatz ist für Jugendgruppen aus ganz Deutschland und für weitere Gäste wegen seiner Lage und seines Qualitätsstandards ein beliebter Treffpunkt und Aufenthaltsort. Doch die Vermietung der Einrichtung zielt nicht auf Gewinn ab. Der Aufenthalt wird nahezu zum Selbstkostenpreis angeboten. „Gerade deshalb sind die Gelder aus den Altkleidersammlungen so wichtig“, erläutert der Vorsitzende, „und nun fehlen diese“. Darüber hinaus gebe es nun auch einen ökologischen Lehr- und Schaugarten zu finanzieren.

Aber nicht nur der Mangel an Einnahmen macht sich bemerkbar, sondern die Pfadfinder belasten auch noch laufende Kosten. „Wir retten uns mit sehr spitzem Bleistift über die Runden“, zeigt Schäfer die prekäre Situation auf. „Ohne Spenden unserer Mitglieder und von Freunden hätten wir diese Kosten über Monate nicht abdecken können.“

Ein Termin für eine neuerliche Straßensammlung ist derzeit nicht in Sicht. „Wir müssen halt abwarten, wie es mit den Beschränkungen weitergeht. Aber wir können gerne auch weiterhin von zu Hause abholen beziehungsweise man kann uns nach Telefonkontakt Kleidersäcke zur Scheune in Haarbrücken fahren“, blickt Schäfer nach vorne. Von Seiten der Großabnehmer sei die Nachfrage jedenfalls da, weil man diese Kontakte jahrelang gepflegt habe.

 

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