Übung im Kreis Coburg Bereit, wenn die Katastrophe eintritt

Mehr als 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, BRK und Co. proben in drei Landkreisen den Ernstfall: Eine Marschübung mit über zwei Dutzend Fahrzeugen stellt die Logistik auf die Probe.

Die Marschübung durch drei Landkreise legte auch einen Zwischenstopp im benachbarten Rattelsdorf ein. Der Kreis Coburg hat das Hilfsleistungskontingent zur Übung geschickt. Foto: Landratsamt Coburg/Berthold Köhler

„Extreme Schneefälle im fiktiven Landkreis Frostfels, die Einsatzkräfte dort sind am Ende ihrer Kräfte und brauchen Unterstützung“, so beschreibt die Pressestelle des Landratsamts den Inhalt des Marschbefehls für das Hilfeleistungskontingent (HLK) Standard des Landkreises Coburg bei seiner Übungsfahrt am Wochenende.

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Beim Start in der Kreisstraßenmeisterei des Landkreises erläuterten Kreisbrandrat Stefan Püls (rechts) und Landrat Sebastian Straubel den rund 100 Ehrenamtlichen das Einsatz-Szenario der Marschübung. Foto: Landratsamt Coburg/Berthold Köhler

Mehr als 100 Einsatzkräfte der Feuerwehren, des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) und des Katastrophenschutzes waren mit über zwei Dutzend Fahrzeugen als lange Kolonne in den Landkreisen Coburg, Lichtenfels und Bamberg unterwegs. Organisiert wurde die Marschübung von Patrice Kolb, der im Landratsamt Coburg für den Katastrophenschutz zuständig ist. „Ziel dabei war es, die Abläufe der Fahrt in einer Kolonne im normalen Straßenverkehr sowie den Ablauf eines gemeinsamen Tankvorganges abzustimmen“, berichtet das Landratsamt Coburg.

Von der Schneekatastrophe in Ostbayern bis Kronach

Landrat Sebastian Straubel erinnerte vor dem Start auf dem Gelände der Straßenmeisterei am Landratsamt Coburg an das Jahr 2006. Da gab es die vom Freistaat Bayern erst 2008 eingeführten HLK als eigene Einheiten noch gar nicht – wohl aber die Schneekatastrophe in Ostbayern. Damals machte sich zum vorerst letzten Mal eine Kolonne mit Einsatzkräften aus dem Coburger Land auf den Weg, um in einem Katastrophengebiet zu helfen.

Beim Stopp in Untersiemau übte das Hilfeleistungskontingent, wie gut zwei Dutzend Fahrzeuge zügig betankt werden können. Foto: Landratsamt Coburg/Berthold Köhler

Doch es könne auch ganz schnell gehen, warnte der Landrat mit Blick auf den Nachbarlandkreis Kronach. Dort rückten im Sommer zahlreiche Ehrenamtliche aus, um den als Katastrophenfall eingestuften Waldbrand auf der Saalfelder Höhe gemeinsam mit den dortigen Einsatzkräften zu bekämpfen. „Man sieht: Es kann immer etwas passieren“, sagte Sebastian Straubel.

Vom Landratsamt aus führte der Weg der Kolonne über die A73 nach Breitengüßbach und von dort aus auf der B4 zurück Richtung Norden bis nach Rattelsdorf. Dort fand ein „technischer Halt“ statt, ehe der Tross in Untersiemau an einer Tankstelle stoppte. „Gut zwei Dutzend Fahrzeuge binnen möglichst kurzer Zeit zu betanken, entpuppte sich als logistische Herausforderung“, berichtet die Pressestelle. Kreisbrandrat Stefan Püls dazu: „Wir haben viele wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die im Falle eines Einsatzes unseren Tankvorgang erheblich beschleunigen werden.“

Lautertaler mit Feldküche unterwegs

Es kam auch Spezialequipment zum Einsatz: Die Lautertaler BRK-Bereitschaft hatte als Anhänger die mobile Feldküche des BRK-Kreisverbandes dabei. Das wäre auch bei einem ernsten Einsatz der Fall, bestätigte der Kreisbrandrat: „Damit wären wir in der Lage, in einem Katastrophengebiet die Versorgung unserer Einsatzkräfte selbstständig abzusichern.“

Neben den drei BRK-Fahrzeugen aus Einberg, Lautertal und Bad Rodach hatte die Bereitschaft aus dem Froschgrund eine besonders wichtige Aufgabe: Sie lieferte die Verpflegung für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der insgesamt rund fünfstündigen Marschübung. Neu für den Landkreis Coburg ist seit diesem Jahr, dass das Team der Notfallseelsorge fester Bestandteil des Landkreis-HLK ist.

Wieder zurück im Coburger Land, fiel die Bilanz von Landrat Sebastian Straubel bei der Abschluss-Besprechung im Sportheim des TSV Scherneck sehr positiv aus: „Wir haben gesehen, dass eine Marsch-Fahrt keine Kleinigkeit ist. Und wir hoffen alle gemeinsam, dass wir die Erfahrungen und das Wissen aus dem heutigen Tag am besten auch in Zukunft nicht brauchen werden.“

Die Beteiligten aus dem Landkreis Coburg

Die Feuerwehren Rödental, Großwalbur, Bad Rodach, Wiesenfeld, Steinrod, Dörfles-Esbach, Wildenheid, Neustadt bei Coburg, Grub am Forst, Weidhausen, Ebersdorf bei Coburg, Sonnefeld, Schorkendorf, Dietersdorf, Scherneck, Lautertal und Ahorn.