Die meisten Einwohner reagierten gelassen und nahmen kaum Notiz von den schwarzen Wolken. Auch Stadtführer und ihre Touristengruppen besichtigten weiter die Sehenswürdigkeiten der Millionenstadt an der Newa.
Kreml bleibt bei seinem Kriegskurs
Der Kreml nutzte den ukrainischen Drohnenangriff auf St. Petersburg am ersten Tag des Forums zur Begründung für die Fortsetzung des Kriegs in der Ukraine. "Allgemein kann ich sagen, dass wir die militärische Spezialoperation auch deswegen fortführen, damit es solche Schläge nicht gibt", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Peskow erwähnte nicht, dass Russland den Krieg begonnen und damit auch solche Gegenschläge provoziert hat.
Ein direkter Vergeltungsschlag liege in der Verantwortung des Verteidigungsministeriums, sagte Peskow. Putin sei auch über einen ukrainischen Drohnenangriff auf einen Reisebus im Gebiet Donezk informiert worden. Nach Angaben der Besatzungsbehörden starben dabei mindestens acht Menschen. Es gebe auch elf Verletzte.
Bundesregierung sieht "Fenster für Gespräche" mit Russland
Trotz zunehmender Kampfhandlungen im Ukraine-Krieg geht man in der Bundesregierung davon aus, dass es in den nächsten Monaten zu Gesprächen mit Russland über ein Ende des Kriegs kommen kann. "Langsam öffnet sich ein Fenster für Gespräche der europäischen Seite mit Russland", heißt es aus Regierungskreisen. "Die harten Kämpfe der letzten Tage zeigen aber, es dürfte nicht Wochen, sondern Monate dauern."
Die Gespräche zwischen Russland und der Ukraine wurden zuletzt von den USA ohne die Europäer moderiert. Inzwischen sind die Bemühungen der Amerikaner aber ins Stocken geraten. Vor diesem Hintergrund bemühen sich die Europäer nun wieder stärker, ins Spiel zu kommen. Während die USA sich als Vermittler in dem Konflikt verstehen, stehen die Europäer aber klar an der Seite der Ukraine, sind also Partei.