Ultralauf im Ötztal Simone Gerstmayer meistert Skyrun

Trotz aller, oder auch gerade wegen der Strapazen war der Tschirgant Skyrun für Ultraläuferin Simone Gerstmayer aus Neuses/Kr. ein sportlicher Hochgenuss. Foto: privat

Beim Tschirgant Skyrun in Imst meistert Ultraläuferin Simone Gerstmayer 3500 Höhenmeter. Nach 11:32 Stunden erreicht die Frau aus Neuses/Kronach das Ziel.

Nach der Devise „Dem Himmel so nah“ stellte sich Ultraläuferin Simone Gerstmayer (Team Trailrunning24/RunningBros Coburg) aus dem Kronacher Stadtteil Neuses der Herausforderung des Tschirgant Skyrun im österreichischen Imst. Im Feld von 70 gemeldeten Athletinnen und Athleten meisterte sie bei der zweiten Auflage dieses Events im Ötztal auf der 52 Kilometer langen Strecke kraftraubende 3500 Höhenmeter.

Oberhalb 2000 Meter

Skyrunning wird als Berglaufen auf extrem anspruchsvollen Trails auf einer Höhe von oberhalb von 2000 Metern über dem Meeresspiegel definiert. Die Trails haben als Richtwert mehr als fünf Prozent Höhenmeter der Streckenlänge im Aufstieg aufzuweisen und sollen technisch anspruchsvolle Abschnitte enthalten. Die Wettkampfstrecke sollte so viel wie möglich aus Singletrails und technischen Anteilen bestehen, so wenig wie möglich Schotter- und Forststraßen enthalten und nicht mehr als sechs Prozent Asphaltanteil aufweisen. Kletterpassagen sollen laut Vorgabe nicht über den zweiten Schwierigkeitsgrad hinausgehen. Grundsätzlich sollten alle Teilnehmer frei von Höhenangst sein und bis in den zweiten Schwierigkeitsgrad problemlos klettern können. Anforderungen, die sich eine erfahrene Trailrunnerin wie „Running Simi“, so ihr Spitzname, zu meistern zutraut.

Tolles Panorama

Gestartet wurde früh um 6.30 Uhr im Stadion in Imst. Nach Verlassen des Ortes ging es recht zügig in den ersten Uphill. 1600 Höhenmeter am Stück, anfangs auf Schotter- und Forstwegen, nach kurzer Zeit weiter auf schmalen, wurzeligen und steinigen Trails. Oberhalb der Baumgrenze warteten auf die Ultraläufer nur noch Geröll und Fels. Blauer Himmel und Sonnenschein und ein super Panorama der umliegenden Berge in der 360-Grad-Ansicht waren ein Lohn für die Strapazen. Die letzten 200 Höhenmeter waren dann durch Klettern am Seil zu bezwingen. Nach Erreichen des Gipfelkreuzes auf dem Tschirgant auf 2370 Metern war der höchste Punkt erreicht.

Steil nach unten

Der Downhill erwies sich als sehr anspruchsvoll. Am Grat entlang ging es auf losem Geröll und Schotter Richtung Simmering, rechts und links ging es steil nach unten. Ganze elf Kilometer schlängelte sich der Trail bis zum nächsten Gipfelkreuz. Nach Erreichen des Simmering führte der Weg in einem 1120-Höhenmeter-Downhill bis hinab nach Nassereith. Auf wurzeligen Trails mit vielen Steinen und losem Waldboden ging es steil bergab. Nassereith wurde einmal komplett durchquert, bevor die zweite Hälfte der Strecke wartete.

Magenbeschwerden

Simone Gerstmayer hatte da mit einigen Magenbeschwerden zu kämpfen, was ihr Lauftempo zunehmend drosselte. Sich durchbeißen, war angesagt. Zunächst galt es erst einmal einen steilen Uphill über den Kohlstattsee hinauf zum Sinnesgatter, ganze 800 Höhenmeter, zu bezwingen. Von dort liefen die Teilnehmer weiter auf dem Starkenberger Panoramaweg zurück Richtung Imst.

Durch die Schlucht

Kurz vor dem Ziel stand das „Grande Finale“ und ein absolutes Highlight der Strecke an: die Durchquerung der Rosengartenschlucht mit zwei Kilometern und 250 Höhenmetern im Downhill. Auf nassem, feuchtem und unwegsamem Pfad ging es durch die gesamte Schlucht, teilweise durch Höhlen durch den Fels, die manchmal nur 1,20 Meter hoch waren. Und dicht nebenan tosten die Wassermassen lautstark nach unten ins Tal. Am Ende der Schlucht war das Ziel nicht mehr weit. Die letzten 1500 Meter führten quer durchs Dorf wieder Richtung Stadion, das Simone Gerstmayer nach 11:32 Stunden erreichte. Das bedeutete für die Neuseserin im Gesamtklassement Platz 59, gleichbedeutend mit Rang sieben in der Klasse Master Women. sg

Autor

 

Bilder