NP-Umfrage der Woche Kostenexplosion beim Kronacher Crana Mare – und nun?

Die Neubau-Kosten für das Schwimmbad haben sich nahezu verdoppelt. Was denken Sie – wie soll die Stadt Kronach jetzt reagieren?

So soll das neue Crana Mare einmal aussehen – doch für die immer wieder genannten 25 Millionen Euro ist es offenbar nicht zu haben. Foto: Behnisch Architekten

Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, hat es eigentlich schon immer gewusst: Ein neues Crana Mare zum Preis von 25 Millionen Euro ist Wunschdenken. Vielleicht sogar Wählertäuschung? Als unsere Redaktion bei der Vorstellung des Siegerentwurfs im September vergangenen Jahres die Frage in den Raum gestellt hat, ob dieser Entwurf inklusive Abrisskosten tatsächlich für 25 Millionen Euro zu machen sei, erntete sie nur genervtes Kopfschütteln.

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Doch 2020 war man schließlich bei einem Erstentwurf für einen deutlich kleiner dimensionierten Neubau von einer Summe von 23 Millionen Euro ausgegangen. Also musste die Frage nach einer seriösen Darstellung der Kosten gestellt werden. Auf die Kronachs Stadtplaner Nikolai von Brandis antwortete: „Man kann so etwas am Anfang nicht präzise bepreisen.“

Während man in Coburg beim Neubau des Aquarias mit vergrößertem Hallenbad sowie einem neuen Saunabereich also 60 Millionen Euro veranschlagt hat, bekommt man in Kronach ein ähnliches Vorhaben für 25 Millionen Euro?

Verzögerte Kostenschätzung

Im Januar – in der Wahlkampfhochphase – hieß es in einer Pressemitteilung aus dem von Angela Hofmann (CSU) geführten Kronacher Rathaus, dass man ein konstruktives Abstimmungsgespräch mit Bundestagsabgeordnetem Jonas Geissler (CSU), Bundestagsabgeordnetem Andreas Schwarz sowie Landtagsabgeordneter Sabine Gross (beide SPD) geführt hat. Ziel des Treffens war es, die weiteren Schritte im Hinblick auf mögliche Bundesförderungen für den Neubau des Crana Mare zu erörtern. Man verständigte sich darauf, in der ersten Antragsphase 2026 keinen Antrag für ein entsprechendes Förderprogramm zu stellen, weil man mit der Kostenschätzung noch nicht so weit sei. Stattdessen wollte man sich gezielt auf die zweite Antragsphase 2026 vorbereiten, die erst später im Jahr zum Aufruf kommt.

Im Mai, in der ersten Arbeitssitzung des Stadtrats nach der Wahl, wurde bekannt, dass es nun ein neues Bundesförderprogramm gibt. Man entschied, sich zunächst dafür zu bewerben. Sollte man nicht zum Zug kommen, könne man sich immer noch auf das ursprünglich ins Auge gefasste Programm bewerben. Auch in dieser Sitzung war noch die Rede von Neubau-Kosten des Crana Mare in Höhe von 25 Millionen Euro.

In der Juni-Stadtratssitzung platzte dann die Bombe: Für den Neubau des Hallenbads werden Nettokosten von 31,9 Millionen Euro geschätzt. Hinzu kommen 8,9 Millionen Euro für die Sanierung des Freibads, 1,68 Millionen Euro für Abbrucharbeiten im Bestand sowie 3,45 Millionen Euro für die optionale Saunalandschaft. Macht unterm Strich rund 46 Millionen Euro. Für diese Summe würden sämtliche Wünsche, die Stadt und Stadtrat geäußert hatten, in Erfüllung gehen. Also neben der Saunalandschaft unter anderem auch ein neues Lehrschwimmbecken für vier Millionen Euro und der Ausbau der Gastronomie für 2,58 Millionen Euro. Inklusive wären dann auch Extras wie ein Erlebnisbecken mit Whirlpool für 1,5 Millionen Euro sowie Rutsche und Turm für 700.000 Euro.

Zu dem Paket gehört außerdem eine aufwendige Energieversorgung zum Preis von drei Millionen Euro, die jedoch die Betriebskosten drücken würde. Insgesamt belaufen sich alle „Variablen“ auf 16 Millionen Euro. Grob gerechnet erhält man also für 30 Millionen Euro ein runderneuertes Hallen- und Freibad; für alles andere müsste man mehr oder weniger Geld drauflegen. Dazu muss man wissen, dass es für die meisten der „Variablen“ wohl keine Fördermittel geben wird. Es wurde klar, dass man sich nun zwangsläufig Gedanken über mögliche Einsparungen machen muss, darum, wie viele Crana Mare sich Kronach am Ende leisten kann.

Stadtrat fordert Erklärung

Bis Juli scheinen sich die Stadträte von dem Schock zumindest soweit erholt zu haben, dass sie in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses eine Entscheidung trafen. Die Firma Bayerngrund, die die aktuelle Kostenschätzung erstellt hat und das Projekt begleitet, soll möglichst noch vor der Sommerpause in den Stadtrat kommen und die Kostenexplosion erklären. Dann wird auch die Frage spannend sein, ob man diese Entwicklung nicht schon im Herbst vergangenen Jahres, bei der Vorstellung des Siegerentwurfs, hätte absehen können.

Wie stehen die Leserinnen und Leser zu der Kostenexplosion beim Neubau des Crana Mare? Das will die Redaktion in der Umfrage der Woche wissen. Machen Sie mit, indem Sie den QR-Code scannen.