Wie urteilen Fußball-Fachleute?
Der ehemalige Europameister-Torwart Peter Schmeichel konnte kein Foul von Anton erkennen. "Er ist einfach nur da. Der Torwart rennt in ihn rein. Für mich haben sie das falsch entschieden", sagte der Däne.
Härter urteilte Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg. Paraguays Keeper habe die Berührung durch Anton dankend angenommen. "Der Schiedsrichter und die Video-Assistenten sind darauf wie Anfänger reingefallen, so deutlich muss man das sagen. Ich verstehe diese Entscheidung einfach nicht. So ein - in diesem Falle aus deutscher Sicht - fataler Fehler darf bei einer WM nicht passieren", schrieb Effenberg bei "t-online".
Jürgen Klopp, der mehr denn je als kommender Bundestrainer gehandelt wird, verwies auf das zuletzt gängige Stilmittel bei Standards. "Fakt ist, wenn dieses Tor irregulär ist, dann wird Arsenal nicht englischer Meister. Ich glaube, die haben 60 Prozent ihrer Tore so geschossen", sagte die Trainer-Ikone bei Magenta TV.
Was meint Klopp damit?
Ein Eckball ist heutzutage ein komplett durchgeplanter Spielzug. Dazu gehört auch, dass Spieler für Blocks gegen den Torwart im Fünfmeterraum zuständig sind. Der FC Arsenal hat das in der vergangenen Saison perfektioniert und eine Reihe von Siegtoren nach einer Ecke erzielt. Bei der Nationalelf gibt es in Mads Buttgereit einen Assistenztrainer, der sich nur auf solche Standards fokussiert - und auch die Variante vor Tahs Tor mit entwickelt haben dürfte.