Umweltsünde Lichtenfels Unbekannte entsorgen weiße Substanz im Wald

Andreas Wolf
Bei der weißen Substanz handelt es sich wahrscheinlich um Kalkschlamm, derzeit wird sie in einem Labor untersucht. Foto: privat/privat

Spaziergängern fällt im Bucher Forst eine weiße Ablagerung auf, ein Zeuge will zudem ein verdächtiges Fahrzeug in der Nähe beobachtet haben. Diesen Hinweisen folgt die Polizei.

Man könnte es aus der Entfernung für Schnee halten, was da im Wald bei Buch am Forst liegt. Doch dem ist leider nicht so: Auf einer Fläche von mehr als 400 Quadratmetern haben Unbekannte in der vergangenen Woche schätzungsweise vier Kubikmeter einer noch nicht eindeutig identifizierten Substanz illegal im Wald entsorgt. Zunächst hatten Spaziergänger in der Nähe des Stadions des VfL Frohnlach die Verunreinigung des Waldbodens bemerkt. Sie hielten es zunächst für weiße Farbe und informierten das Landratsamt Coburg. Dieses verständigte daraufhin am Donnerstag das zuständige Landratsamt in Lichtenfels, das schließlich gemeinsam mit der örtlichen Polizeiinspektion das Areal in Augenschein nahm.

Wie das Landratsamt auf Anfrage der Neuen Presse mitteilt, könnte es sich nach ersten Recherchen bei der Substanz um den Bohrschlamm einer nahegelegenen Baustelle handeln. Demnach sei auf einer Länge von rund 70 Metern an etwa fünf Stellen eine schlammähnliche Flüssigkeit versprüht worden, dies sei offensichtlich verteilt über mehrere Tage geschehen. Die Polizei habe inzwischen eine Probe des Materials entnommen – zum Vergleich sei dies auch an der fraglichen Baustelle erfolgt.

Zudem wurde das Wasserwirtschaftsamt Kronach vom Landratsamt Lichtenfels noch am Donnerstagabend über die Angelegenheit informiert. Die Proben wurden von der Polizei in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt am Montagmorgen an das Landesamt für Umwelt zur Untersuchung gesendet. Aus Sicht des Landratsamtes handelt es sich um eine unzulässige Abfallentsorgung, die entsprechend verfolgt wird. Das weitere Vorgehen in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt hänge von den Ergebnissen der polizeilichen Ermittlungen und der Untersuchungen des entnommenen Materials ab, heißt es weiter.

Laut Polizeiinspektion Coburg handelt es sich bei dem weißen Material eventuell um Kalkschlamm, vom dem wahrscheinlich keine größere Gefahr für die Umwelt ausgehe. Die Ermittlungen laufen allerdings noch. Sollte sich die Ungefährlichkeit bestätigen, handele es sich dennoch „ganz klar“ um eine illegale Müllentsorgung, für die die Verursacher aufzukommen hätten. Letztere will ein Spaziergänger dabei beobachtet haben, wie sie den Schlamm an mehreren Tagen von einem Fahrzeug in den Wald gepumpt haben. Als Tatzeitraum wird die Spanne zwischen Montag, 21. November, und Donnerstag, 24. November, angenommen.

Weitere Zeugen, die Beobachtungen in diesem Zeitraum südlich des Willy-Schillig-Stadions gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Lichtenfels unter der Rufnummer 09571/95200 zu melden.

 

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