Umzug aus Lichtenfels Neuro-Zentrum in Coburg ist komplett

Nach dem Umzug der Neurochirurgie von Lichtenfels nach Coburg hat Sana nun ein „Neuro-Zentrum“. Sprich: Auch Operationen an Kopf oder Rücken finden nur noch in Coburg statt.

Neurologie und Neuroradiologie sind schon da, jetzt auch die Neurochirurgie: Sana zentriert diesen Bereich in Coburg. Foto: picture alliance/dpa

„Es kommt zusammen, was zusammengehört.“ Mit diesem Zitat von Geschäftsführerin Melanie John überschreibt die Sana-Pressestelle die Vollzugsmeldung für den länger angekündigten Umzug der Neurochirurgie von Lichtenfels nach Coburg. Gemeinsam mit der bereits im Sommer 2024 verlegten Neuroradiologie und der am Standort etablierten Neurologie entstehe in Coburg „ein leistungsstarkes, interdisziplinäres Neuro-Zentrum“.

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Im Angesicht der Krankenhausreform würden spezialisierte Leistungsgruppen gebündelt und Ressourcen effizienter eingesetzt. „Die räumliche und organisatorische Zusammenführung von Neurochirurgie, Neurologie und Neuroradiologie ermöglicht kurze Wege, schnelle Entscheidungsprozesse und eine noch engere fachliche Verzahnung“, so John.

Das Führungsteam der Neurochirurgie (von links) ärztlicher Direktor Dr. Georg Breuer, Klinikmanager Marco Zipfel, Chefarzt Dr. Heinz-Georg Bloß, leitende Oberärztin Dr. Annette Hügel, stellvertretender ärztlicher Direktor Dr. Klaus Post. Foto: SKOF

Der Umzug sei mit großen organisatorischen, baulichen und technischen Maßnahmen verbunden – und eine logistische Herausforderung: Rund 1,5 Millionen Euro investierten die Sana-Kliniken Oberfranken in zusätzliche Geräte, Infrastruktur, Umbauten und Prozessanpassungen. Unter anderem werde eine neue „Brainlab-Neuronavigation“ angeschafft, wird mitgeteilt.

„Die enge Zusammenarbeit mit Neurologie und Neuroradiologie in unmittelbarer räumlicher Nähe entspricht nicht nur dem medizinischen Anspruch moderner Neurozentren – sie verbessert vor allem die Versorgungsqualität und Patientensicherheit erheblich“ erläutert der Chefarzt der Neurochirurgie, Heinz-Georg Bloß. Beide OP-Teams hätten seit Monaten gemeinsam trainieren und Prozesse abgestimmt.

Teams aus OP und Neurochirurgie seien zur Vorbereitung beispielsweise nach Berlin gereist, um neue Instrumentensiebe zu evaluieren. Auch habe Sana hausinterne Prozesse – von der Patientenaufnahme bis zur OP-Logistik – neu gedacht und abgestimmt. „Für die ersten sechs Monate unterstützen zwei erfahrene OP-Mitarbeiter aus Lichtenfels die Kolleginnen und Kollegen in Coburg vor Ort“, heißt es in der Pressemitteilung.

In den nächsten Tagen beginnen die ersten geplanten Eingriffe in Coburg. „Trotz des Umzugs der Neurochirurgie bleibt Lichtenfels ein wesentlicher Pfeiler in der medizinischen Versorgung der Region“, ist sich Petra-Marié Rinsche-Förstel sicher. Der Geschäftsführerin des Sana-Klinikums Lichtenfels zufolge werden Stroke Unit und Traumazentrum unverändert betrieben, so dass akute neurologische Notfälle und verletzungsbezogene Eingriffe weiterhin kompetent und wohnortnah versorgt werden könnten.