Ungewöhnliche Hilfsaktion Michael Stoschek fängt Pferd ein

Michael Stoschek führte ein ausgebüxtes Pferd von der B 4 zurück zum Besitzer. Foto: privat

Der Unternehmer hilft bei einem ungewöhnlichen Polizeieinsatz in Coburg. Dabei muss auch die Bahnstrecke in der Südstadt gesperrt werden.

Donnerstag um die Mittagszeit: Michael Stoschek ist im Garagentrakt seines Unternehmens Brose in Coburg und hört Hufe klappern. Das ist an dieser Stelle der Südstadt äußerst ungewöhnlich. Stoschek geht, wie er der Neuen Presse berichtet, auf die Straße. Dort rufen Menschen, dass ein Pferd vom Brose-Kreisel Richtung B 4 läuft.

Michael Stoschek, als passionierter Reiter im Umgang mit Pferden geübt, zögert keinen Moment. Von einem Mitarbeiter lässt er sich an den Ort des Geschehens fahren und fängt den Wallach (Stoschek: „Ein schönes Tier!“) gemeinsam mit Polizeibeamten ein. Es gelingt dem Sprecher der Brose-Gesellschafterversammlung, das Pferd zu beruhigen und am Halfter („Ich hatte natürlich keinen Strick dabei!“) zurückzuführen. Ein Brose-Mitarbeiter, der hinter ihm im Schritttempo fuhr, sicherte ihn und das Pferd mit eingeschalteter Warnblinkanlage ab. Michael Stoschek mit einem Schmunzeln: „Ich habe es auch noch nie gehabt, dass ich ein Pferd auf einer Bundesstraße einfange.“

Das Tier war aber nicht der einzige Ausreißer, der am Donnerstagmittag in der Stadt unterwegs war. Bei der Polizei waren mehrere Mitteilungen eingegangen, dass herrenlose Pferde in der Südstadt gesichtet wurden, sagte Pressesprecher Stefan Probst. Eines, das Michael Stoschek später zurückführte, trabte vom Brose-Kreisel auf der falschen Fahrbahnseite über die Südzufahrt Richtung Bamberg. Das „Geisterpferd“ (O-Ton Polizei) beobachtete ein Autofahrer, der dabei nicht auf den Verkehr achtete. Die Folge: Der Mann verursachte einen Auffahrunfall.

Zwei weitere Pferde wurden zunächst bei einem Baumarkt in Creidlitz gesichtet. Gegen 12.40 Uhr trabten sie beim ehemaligen Schlachthof auf die Bahngleise. Die Strecke wurde daraufhin kurzfristig gesperrt, wie Polizeisprecher Stefan Probst auf Anfrage erläuterte. Polizeibeamte konnten die Tiere einfangen. Gegen 12.55 Uhr konnte die Bahnlinie wieder freigegeben werden.

Die drei Pferde waren von einem Hof in Creidlitz davongerannt. Offenbar waren sie aufgeschreckt worden, als sie auf eine neue Koppel gebracht werden sollten. Polizeibeamte konnten sie schließlich wohlbehalten wieder an ihren Besitzer zurückgeben.

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