Schon geringes Gewicht kann Lawine auslösen
Die aktuell verbreitet geltende Lawinenwarnstufe 3 sei besonders tückisch, sagt Kremser weiter. Sie erwecke offenkundig den Eindruck, dass die besonders gefährlichen Stufen vier und fünf noch nicht erreicht seien. Aber von jeder Stufe steige die Gefahr um das Doppelte. "Drei ist doppelt so gefährlich wie zwei." Die Warnstufen vier und fünf ließen viele Tourengeher ohnehin zögern, so der Bergretter.
Die Schneedecke sei sehr instabil. Der Altschnee sei gefroren - und auf diese Schicht seien vor rund einer Woche 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee gefallen, sagt Kremser. Beide Schichten hätten praktisch keine Verbindung. Durch den starken Wind habe sich auch viel Triebschnee angesammelt. "Die Schneeunterlage ist diesmal ganz schlecht."
Opfer für den Lawinen-Fall bestens ausgerüstet
Das Gewicht eines einzelnen Skifahrers kann ausreichen, ein Schneebrett auszulösen. "Lawinengefährdete Gebiete befinden sich in allen Ausrichtungen oberhalb von etwa 2.000 m. Diese Gebiete sind zahlreich", heißt es auf der Webseite des Lawinen-Warndienstes. "Sie sind mit Neuschnee bedeckt und daher selbst für das geübte Auge kaum erkennbar."
Die Opfer seien für den Lawinen-Notfall eigentlich bestens ausgerüstet gewesen, sagte Kremser. Zu einer solchen Ausrüstung gehören elektronische Geräte, die das Finden von Verschütteten erleichtern sollen. "Es hat nichts genützt."