Unterfranken Wochenende zum 1. Mai insgesamt ruhig

Mit Anstand und Abstand: Die Teilnehmer der DGB-Kundgebung in Schweinfurt hielten sich an die geltenden Maßnahmen zum Schutz vor Corona. Foto: /DGB Haßberge

Das Polizeipräsidium Unterfranken zieht eine positive Bilanz. Auch in Schweinfurt bleiben trotz der angemeldeten Demos größere Menschenansammlungen aus.

Schweinfurt - Es hätte durchaus ein turbulentes Wochenende werden können: In der Freinacht begießen für gewöhnlich viele Menschen den Start in den Wonnemonat Mai und am Tag der internationalen Arbeit ziehen Massen auf die Straße. Wegen des noch immer anhaltenden Corona-Lockdowns war vieles davon aber gar nicht oder nur in abgespeckter Form möglich. Während es in Berlin am Samstagabend trotzdem zu Ausschreitungen zwischen Polizei und Demonstranten kam, gestaltete sich die Lage in Unterfranken zum Großteil ruhig.

Das Polizeipräsidium Unterfranken registrierte in der Nacht von Freitag auf Samstag im gesamten Regierungsbezirk 55 Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz. Dabei wurden in etwa 35 Fällen die Kontaktbeschränkungen nicht eingehalten. In circa 20 Fällen verstießen Menschen gegen die nächtliche Ausgangssperre. Lediglich in Mellrichstadt hatten sich drei junge Menschen während einer Übernachtung in einem leer stehenden ehemaligen Kasernengebäude eine Kohlenmonoxid-Vergiftung zugezogen.

Vor allem in Schweinfurt hatte sich das Polizeipräsidium Unterfranken wegen der vier angemeldeten Versammlungen zum 1. Mai auf einiges eingestellt und war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Unterstützung hatte man sogar seitens der bayerischen Bereitschaftspolizei und der Bundespolizei geordert. Schon am späten Samstagnachmittag zog das Polizeipräsidium jedoch eine positive Bilanz.

Die Versammlungen von DGB und „Schweinfurt ist bunt“ seien ohne Störungen verlaufen, heißt es in einer Pressemitteilung. Kurzfristig abgesagt hatten die rechtsradikale Kleinpartei „III. Weg“ und das Bündnis „Schweinfurt auf die Straßen“ (SWADS). Beide hatten Demo-Märsche quer durch die Stadt angekündigt, die jedoch seitens der Stadtverwaltung aufgrund der angespannten Corona-Lage untersagt wurden (die NP berichtete).

„Schweinfurt auf die Straßen“ und „III.Weg“ sagten Kundgebungen ab

SWADS hatte gegen das Verbot sogar noch vor dem Wochenende Klage vor dem Verwaltungsgericht Würzburg eingelegt. Diese wurde laut einer eigenen Stellungnahme des Bündnisses jedoch abgelehnt. Schließlich hatten „Schweinfurt auf die Straßen“ genauso wie der „III. Weg“ ihre Versammlungen kurzfristig komplett abgesagt – und das obwohl die Stadt Schweinfurt durchaus ortsgebundene Kundgebungen zugelassen und angeboten hatte. SWADS hatte sogar die Erlaubnis für eine Versammlung mit 1000 Personen genehmigt bekommen.

Laut dem Polizeipräsidium Unterfranken hatten sich allerdings gegen 13.30 Uhr an den Wehranlagen spontan Personen des „linken Spektrums“ versammelt. Auch hier kam es laut Polizei aber zu keinen großen Auseinandersetzungen. Im Rahmen des gesamten Einsatzes wurden insgesamt 16 Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz von den Polizeibeamten festgestellt und zur Anzeige gebracht.

Die Bundeshauptstadt hingegen hatte am 1. Mai die schlimmsten Auseinandersetzungen der letzten Jahre gesehen. Dort warfen Demonstranten Flaschen, Steine und zündeten Container an. 100 Polizisten wurden verletzt.

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