Untermerzbach Drei weitere Flächen für Fotovoltaik

Das Dach der Aussegnungshalle im Friedhof Memmelsdorf ist Sanierungsbedürftig. Knapp 16 000 Euro sind hier erforderlich. Foto: Helmut Will

Der Gemeinderat in Untermerzbach hat die Weichen weiter in Richtung einer umweltfreundlichen Energiegewinnung gestellt. Zudem informierte Bürgermeister Helmut Dietz über zahlreiche Baumaßnahmen.

Untermerzbach - Der Gemeinderat Untermerzbach hat in seiner Sitzung am Montag die Weichen für drei weitere Freiflächen-Fotovoltaikanlagen gestellt. Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) sagte, dass die Gemeinde nunmehr 48,6 Hektar für den Bau von Solaranlagen frei gegeben habe, was den Gemeinderat in nächster Zeit noch beschäftigen werde. 1,4 Hektar wären bis Ende 2022 noch möglich, um 50 Hektar zu erreichen. Die Flächen befänden sich außerhalb des Naturschutzgebietes.

In Ergänzung zu nichtöffentlichen Beratungen hinsichtlich der Kriterien und möglichen Flächen für Freiflächen-Fotovoltaik habe Geschäftsstellenleiterin Tanja Zürl den Punkt „regionale Wertschöpfung“ übersichtlich konkretisiert und in die Festlegungen mit eingearbeitet. „Die regionale Wertschöpfung ist ein wichtiges Argument, das auch in der Veröffentlichung im Gemeindeboten herausgestellt wurde“, sagte der Bürgermeister. Dies gebe allen Bürgern die Möglichkeit, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen und damit das Geld in der Region zu halten und auch um Gewerbesteuern zu generieren.

Geändert werden müsse die Fläche „Am Hummelberg“ in Obermerzbach, weil die Flurnummern 638 und 642 aktuell nicht zur Verfügung stünden und dies durch die Flurnummern 645, 645/1 647, 649 und 651 ersetzt werden. Die Flurnummern 647, 648 und 651 stehen im Eigentum der Gemeinde. Der Beschluss des Gemeinderates vom 2. November 2020 wurde entsprechend ergänzt.

Drei Anträge für weitere Freiflächen-Fotovoltaikanlagen lagen dem Gremium vor. Zum einen ging es um den Antrag der Energiebauern GmbH Sielenbach, die in der Gemeinde bekannt ist. Hier soll das Bauleitverfahren für den „Solarpark Untermerzbach, Hinterer Grieß“ für die Flurnummer 1172, eine Fläche von sechs Hektar, mit Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes eingeleitet werden. „Mit unseren Festlegungen zur Freiflächen-Fotovoltaik konnten wir Anfragen zu Umsetzung steuern und dementsprechend auch die GUT mit Herrn Siller für die Umsetzung von Projekten in unserer Gemeinde interessieren“, führte der Bürgermeister aus.

Zudem habe sich die bekannte Energiebauern GmbH schon im Sommer 2020 mit Vorverträgen das Grundstück Flurnummer 1172 (Hinterer Grieß) gesichert. „Nachdem dieses Flurstück nach unseren aufgestellten Kriterien zu den ausgewählten Flächen ‚Fläche 3’ gehört, sollten wir dem Antrag der Energiebauern GmbH auf Einleitung des Bauleitverfahrens zustimmen“, so Dietz.

Mehr als elf Hektar groß ist die Fläche in der Gemarkung Gleusdorf am Landsbach auf den Flurnummer 890 und 891 für die sich die GUT interessieret. Der „Solarpark Hummelberg“ in der Gemarkung Obermerzbach könnte auf den Flurnummern 645, 645/1, 647, 649, 650 und 651 entstehen. Für alle drei Flächen wurden Einzelbeschlüsse gefasst. Den Vorhaben wurde zugestimmt.

Das Dach der Aussegnungshalle im Friedhof in Memmelsdorf muss komplett erneuert werden. Der Bauausschuss hatte sich dort bereits am 16. Juli 2020 umgesehen. Nach den Worten des Gemeindeoberhauptes lasse der Haushalt die Sanierung in diesem Jahr zu. Von drei Angeboten sei das einer Firma aus Welsberg, Landkreis Coburg, mit der Angebotssumme von 15 700 Euro das Günstigste. Das höchste Angebot lag bei 19 000 Euro. Zuschuss gibt es hierzu nicht.

Darüber nachgedacht wurde nach den Worten des Bürgermeisters, ob der Bauhof der Gemeinde das Dach in Eigenleistung abtragen soll. „Das möchte ich aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen nicht“, sagte Dietz und verwies auf mögliche Gefahren, die er den Mitarbeitern des Bauhofes nicht zumuten wolle. Die Arbeiten sollen im Frühjahr beginnen.

Schlosserarbeiten stehen in der Synagoge in Gleusdorf an. „Die Ausschreibung hierfür läuft noch, Abgabefrist ist noch in dieser Woche“, sagte Bürgermeister Dietz. Deshalb sollte der Bürgermeister ermächtigt werden, die Arbeiten zu vergeben, sobald die Angebote eingegangen sind. Es geht um ein Informationsband. Hier hätten Hansfried Nickel vom Förderverein Synagoge Memmelsdorf und der ehemalige Geschäftsleiter der Gemeinde, Edgar Maier, gute Vorarbeit geleistet. 18 000 Euro seien zu erwarten, wobei es eine Förderung von 60 Prozent gäbe. „Vielleicht können wir die Synagoge in Gleusdorf im Juni eröffnen“, hoffte Helmut Dietz.

Einen „stattlichen Zuschuss“ erhält der SV Memmelsdorf, der seinen Hartplatz sanieren und das Umfeld dort richten möchte. Die Kosten sind mit 10 000 Euro genannt, dazu gibt die Gemeinde einen Zuschuss von 4000 Euro. „Es ist anerkennenswert, dass der Verein, gerade in der jetzigen Zeit so ein Projekt anpackt, wo wegen Corona viele Einnahmen weggefallen sind“, sagte Dietz. Es sei aber ein Impuls in die Zukunft.

Gemeinderat Sascha Maempel (SPD) gab hierzu weitere Erläuterungen. So habe das Hartspielfeld eigentlich den größten Nutzen für die Mannschaften des Vereins der beiden Vereine SV Memmelsdorf und VfL Untermerzbach, weil er fast immer bespielbar wäre.

Übernommen werden durch die Gemeinde die Kosten für Führerscheine, die Feuerwehrdienstleistende erworben haben, um ein entsprechendes Einsatzfahrzeug führen zu dürfen. Hierzu wurden Vereinbarungen mit den Personen getroffen in denen geregelt ist, in welchen Fällen sie eine Rückzahlung leisten müssten. Das hatte Dietz bereits in einer dringlichen Anordnung entschieden und das Gremium darüber informiert.

Das digitale Angebot will die Gemeinde ebenfalls ausbauen, wie Geschäftsleiterin Tanja Zürl darlegte. „Das Bayernportal wird schon genutzt und unsere Bürger können jetzt schon Anträge digital stellen“, sagte sie. Nun sollen die digitalen Angebote weiter ergänzt werden. Um die 12 000 Euro seien hierfür aufzuwenden, wobei eine Förderung von 90 Prozent zu erwarten wäre. Der Gemeinderat stimmte zu, nun können entsprechende Förderanträge gestellt werden.

 
 

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