Untermerzbach Gemeindefeuerwehrtag lockt viele Besucher

Helmut Will

Feuerwehren übernehmen verschiedenste Aufgaben. Davon konnten sich die Anwohner auf dem Gemeindefeuerwehrtag in Untermerzbach überzeugen.

Die kleine Ortschaft Wüstenwelsberg, ein Ortsteil der Gemeinde Untermerzbach, stand am Samstag ganz im Zeichen der Feuerwehr. Dort fand der Gemeindefeuerwehrtag statt, welcher mit einer Schauübung am Nachmittag begann. Nach einem Gottesdienst am späten Nachmittag wurden Ehrungen langjähriger und verdienter Feuerwehrleute vorgenommen.

Um 14 Uhr fand eine Schauübung statt, die von Kreisbrandmeister und federführenden Kommandanten der Gemeinde Untermerzbach, Ralph Morgenroth, über Lautsprecher für die Zuschauer kommuniziert wurde. Die Leitung des Einsatzes hatte der örtliche Kommandant von Wüstenwelsberg, Tobias Karl. Beteiligt waren die acht Gemeindefeuerwehren Untermerzbach, die Feuerwehr der Firma Valeo Ebern mit einer Drehleiter und die BRK-Bereitschaft Untermerzbach. Insgesamt waren es etwa 60 Einsatzkräfte, deren Arbeit auch von Kreisbrandinspektor Thomas Habermann (Unterpreppach) beobachtet wurde. Das Einsatzszenario war ein Scheunenbrand mit Traktorunfall mit mehreren verletzten Personen in der Ortsmitte von Wüstenwelsberg. Die eingesetzten Wehren ergänzten sich beim Übungseinsatz, holten mit Atemschutzträgern die „Verletzten“ aus einer verrauchten Scheune und bargen mittels technischem Gerät eine Person unter dem Traktorreifen. Die BRK-Bereitschaft kümmerte sich um die Verletzten. Am Ende konnte das Resümee gezogen werden, wie Bürgermeister Helmut Dietz später sagte, dass die Übung gelungen war.

Der Gottesdienst fand um 17 Uhr in der Festhalle statt, der von Diakon Michael Reubel gehalten wurde. Er ist, wie Bürgermeister Dietz nach dem Gottesdienst feststellte, als Psychosozialer Notfallseelsorger, von der Diözese für die Seelsorge für Feuerwehren und Rettungsdienste beauftragt, für einen solchen Gottesdienst prädestiniert. In seiner Predigt hob er dann auch hervor, dass Feuerwehren häufig mit schlimmen Ereignissen konfrontiert würden die zu verkraften seien, aber auch, dass sie ihr technisches Gerät beherrschen müssten. Im Anschluss an den Gottesdienst hieß Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) alle Gäste und die Vertreter der Feuerwehrdienstaufsicht sowie die der Kommunalpolitik willkommen. Dank sagte er den Feuerwehrleuten, die sich um die Organisation der Schauübung gekümmert hatten und diese durchführten, wobei er namentlich den federführenden Kommandanten Ralph Morgenroth nannte. Wie Dietz sagte, finde der Gemeindefeuerwehrtag turnusgemäß in Wüstenwelsberg statt. Er hob hervor, dass sich in der Ortschaft im Hinblick auf das Feuerwehrwesen einiges mit Engagement der Verantwortlichen und mit Unterstützung der Gemeinde getan habe. Stellvertretend galt sein Dank Kommandanten Tobias Karl und dessen Vertreter Maximilian Wendler. „Sich für andere zu engagieren ist seit jeher das Markenzeichen der Feuerwehren, ist ein Dienst am Nächsten“, sagte der Bürgermeister. Feuerwehren hätten ein vielschichtiges Einsatzspektrum, was weit über die Brandbekämpfung hinaus gehe. Das bedinge eine gute Aus- und Weiterbildung und stelle hohe Anforderungen an die Ausrüstung. Technische Hilfeleistung sei ein Schwerpunkt der Arbeit der Feuerwehren. Helmut Dietz ging darauf ein, was in den verschiedenen Gemeindeteilen für die Feuerwehren getan wurde, damit sie ihre Aufgaben erledigen können. So wurden Feuerwehrhäuser gebaut oder saniert mit viel Eigenleistung der Feuerwehren. Viele Anschaffungen bis hin zu Feuerwehrfahrzeugen wurden getätigt. „Unsere Feuerwehren sind unser Rückgrat. Wir brauchen sie und wir sind stolz auf sie. Mit einer Investition im Haushalt von jährlich über 80.000 Euro, je nach Bedarf an Gebäude-, Fahrzeug- und Geräteunterhalt sowie Beschaffungen, tragen wir diesem Stolz auch Rechnung“, so der Bürgermeister. In acht Feuerwehren seien im Gemeindegebiet 200 Wehrleute im Einsatz, wobei auf Jugendarbeit und Kinderfeuerwehr Wert gelegt werde.

„Durch Ihren langjährigen Dienst in acht Feuerwehren mit 165 Männern und 35 Frauen im Gemeindebereich Untermerzbach geben Sie uns allen ein Beispiel für uneigennütziges ehrenamtliches Engagement zum Wohle der Allgemeinheit“, sagte Landrat Wilhelm Schneider (CSU). Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit würden die Feuerwehren ihre Aufgaben zuverlässig erledigen. „Die Bevölkerung weiß, sie kann sich auf ihre Feuerwehr verlassen, ganz gleich ob bei Hochwasser, Bränden oder Unfällen“, so Schneider. Auch lobte er den Einsatz und die Arbeit der Wehren während der Pandemie und im Zusammenhang mit den Kriegsflüchtlingen. Anerkennende Worte fand Schneider auch für die gute Jugendarbeit der Feuerwehren im Gemeindegebiet Untermerzbach. „Ihr Engagement trägt Früchte, was sich an den 24 Nachwuchsfeuerwehrleuten zeigt.“ Große Anstrengungen seien erforderlich, um den Feuerwehrnachwuchs zu motivieren und zu stabilisieren. Auf die zu Ehrenden eingehend sagte der Landrat, dass sie auf ihre Leistungen stolz sein könnten und diese höchsten Respekt verdienten. Es sei ihm eine besondere Freude Ehrungen vornehmen und Feuerwehrehrenzeichen aushändigen zu dürfen. In diesem Zusammenhang galt sein Dank auch den Angehörigen der Feuerwehrleute, ohne deren Rückhalt die Arbeit des Feuerwehrdienstes nicht möglich wäre. Zusammen mit Kreisbrandinspektor (KBI) Ralf Schenk, der den verhinderten Kreisbrandrat Ralf Dressel vertrat, ehrte der Landrat folgende Personen mit Auszeichnungen des Bayerischen Innenministers Joachim Hermann: Für 25-jährigen aktiven Dienst wurden geehrt: Steffen Albrecht, Bernd Spindler, Thomas Süppel (alle Gleusdorf), Christian Spindler (Landsbach), Marco Habermann, Stefan Müller, Jochen Grell (alle Untermerzbach) und Frank Köhler (Obermerzbach). Für 40-jährigen Dienst erhielten Auszeichnungen: Günter Gegner, Michael Steppert (Gereuth), Wolfgang Böhm, Karlheinz Kirstner, Harald Kreyer, Albert Markert, Michael Schmitt, Jürgen Scholl (Untermerzbach), Thomas Kapell, Edwin Lutter (Recheldorf), Rainer Schramm (Obermerzbach). Bereits 50 Jahre gehört Uwe Kaiser aus Wüstenwelsberg der Feuerwehr an. Dies würdigte Bürgermeister Helmut Dietz, indem er Dank für ein halbes Jahrhundert Feuerwehrzugehörigkeit aussprach und eine Urkunde der Gemeinde an den Senior überreichte. Dritter Bürgermeister Gerald Karl (FWG), örtlicher Gemeinderat in Wüstenwelsberg, freute sich nach der Ehrung über den gelungenen Gemeindefeuerwehrtag.

 

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