Untersiemau Die Feuerwehren üben bald wieder

Bislang mussten die Retter auf einen großen Teil ihres Trainings verzichten. Nun gibt es ein Konzept, wie das in Kürze wieder stattfinden kann.

Untersiemau - Das Herzstück einer zuverlässigen Feuerwehr ist unzweifelhaft die Routine. Die erworbene Fähigkeit, eine bestimmte Tätigkeit sehr sicher, schnell und überlegen auszuführen, setzt voraus, die Abläufe im Feuerwehralltag immer wieder zu üben. Und genau auf das mussten die Feuerwehren landesweit verzichten. Corona bedingt waren die Wehren seit März gezwungen, ihren Übungsbetrieb einzustellen. Diese Maßnahme wurde nötig, weil Feuerwehren zur kritischen Infrastrukturen gehören und im Fall einer Infektion eine komplette Wehr in Quarantäne hätte gehen müssen.

Nachdem die Staatsregierung am 18. Mai eingeschränkter, in drei Stufen aufgeteilte, Ausbildungs- Übungsbetrieb erlaubt hat, hat man sich bei der Kreisbrandinspektion Coburg entschlossen, die "Ärmel hochzukrempeln" und wieder zu einem geordneten Übungsbetrieb zu finden. Ziel der Inspektion ist es, alle Feuerwehren möglichst gemeinsam an den Übungs- und Ausbildungsbetrieb heranzuführen. Kreisbrandrat Manfred Lorenz machte am Donnerstagabend bei einem Pressegespräch in Untersiemau deutlich, dass manche Wehren ihre letzten Übungen im Freien im Herbst des vergangenen Jahres durchgeführt haben. "Wieder zu einem geregelten Übungsbetrieb zu kommen, ist schwieriger als diesen einzustellen", führte er aus. Lorenz weiter: "Es muss unsere Aufgabe sein, der Bevölkerung zu zeigen, dass sie Vertrauen zu den Feuerwehren haben kann und wir weiterhin zuverlässig einsatzbereit sind". Um hier nicht "von oben herab" etwas anzuordnen, hat man sich bei der Kreisbrandinspektion entschlossen, eine Arbeitsgruppe "Wiederaufnahme des Dienstbetriebes" ins Leben zu rufen, die aus Mitgliedern verschiedener Wehren aus dem gesamten Landkreis besteht. So kamen Jörg Pachale (Bergdorf), Michael Stüllein (Niederfüllbach), Siegfried Lorenz (Lautertal), Norbert Köhler (Herreth) Christian Hückmann (Merlach) Florian Höfner (Neustadt), Michale Müller (Oberfüllbach), Jens Zetzmann( Großheirath), Markus Packert (Untersiemau) sowie Kreisbrandinspektor Reinhard Hartung und Kreisbrandmeister Krischa Heym zusammen, um den jeweiligen Kommandanten Möglichkeiten aufzuzeigen, die den Einstieg in den Übungsbetrieb erleichtern.

Aus dem Papier geht hervor, dass nur in festen Gruppen, zum derzeitigen Stand maximal in Gruppenstärke (neun Personen), geübt werden darf. Es sind strikte Hygieneregeln und Abstandsregeln zu beachten, eine Grundausstattung (FFP 2 Maske, Hand- und Flächendesinfektion, Einweghandschuhe) muss vorhanden sein und die Übungen sollten im Freien stattfinden. Die Arbeitsgruppe arbeitete vier Vorschläge heraus, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten. So stehen das Anlegen der erweiterten Schutzausrüstung in Verbindung mit der Sensibilisierung der Mannschaft zum Thema Corona genauso wie die Themen Stärkung der Grundkenntnisse sowie Funkübungen auf der Vorschlagliste. Die Kommandanten fordert Manfred Lorenz auf, penibel auf die Hygienevorschriften zu achten. Der Kreisbrandrat unterstrich, dass die Führungskräfte hier Vorbilder sein müssen. Bei allem Eifer darf nach seinen Worten die Kameradschaft nicht zu kurz kommen: "Es ist wichtig, dass man nicht vergisst, sich mal mit Abstand zusammenzustellen", betonte Lorenz.

Dass es alles andere als einfach ist, bei einem Einsatz die Abstandsregeln einzuhalten, bewiesen die beiden jüngsten Wohnhausbrände. "Ohne es zu wollen, stand man plötzlich zusammen", erinnerte sich der Kreisbrandrat an die beiden Einsätze während des "Lockdowns". Lorenz betonte, dass die Einsatzkräfte keine Angst vor dem Corona Virus haben dürfen, sondern mit Respekt und peinlicher Einhaltung der Hygieneregeln Vorkehrungen treffen müssen, um sich nicht anzustecken. Nach den Sommerferien sollen, so der Dreistufenplan der Staatsregierung, wieder Übungen und Ausbildungen mit mehreren Feuerwehren in Zugstärke sowie der Jungendfeuerwehren möglich sein.

 

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