Jana Huber holt tief Luft. Die Richterin am Landgericht Coburg, die am Mittwoch im zweiten Verhandlungstag im Prozess um sexuelle Belästigung von Kindern ohne Anfassen erneut den Vorsitz hat, holt ein Blatt Papier aus einem roten Ordner. „Beginnen wir mit der Verlesung aus dem Bundeszentralregister. Es gibt 20 Eintragungen.“ Auf der Anklagebank sitzt ein 47-jähriger Iraker, der in Lichtenfels lebt. Bedrohung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Betrug, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Hausfriedensbruch, Diebstahl: Die Liste ist lang – und hat ab sofort eine weitere Eintragung.