Zverev erklärt Schwächephase mit "Gesamtmüdigkeit"
Zverev wirkte energielos, bewegte sich schlecht. Nach einem weiteren Aufschlagverlust guckte er mit zusammengepressten Lippen zu seinem Vater und Bruder Mischa in der ersten Reihe am Rande des Platzes. Sonego nutzte die Schwächephase, nahm Zverev auch im dritten Satz den Aufschlag ab.
"Das ist eine Gesamtmüdigkeit vom ganzen Jahr", erklärte Zverev sein Tief. "Ich habe ein sehr, sehr gutes Jahr gehabt, ein sehr intensives Jahr. Nach Wimbledon habe ich mich vielleicht ein bisschen zu sehr entspannt, dann ist es schwer, wieder reinzukommen."
Mehrheit der Zuschauer unterstützt Sonego
Mehrfach maß der Hamburger bei den Seitenwechseln seinen Zuckerwert, Zverev ist seit Kindheitstagen an Typ-1-Diabetes erkrankt. Nach einiger Zeit berappelte sich der 29-Jährige und schaffte es in den Tie-Break. Es ging spektakulär und stimmungsvoll zu. Die Mehrheit der Zuschauer im größten Tennisstadion der Welt unterstützte Sonego und bejubelte den Satzgewinn nach einem Doppelfehler von Zverev.
Im vierten Durchgang blieb das Niveau hoch. Zverev erarbeitete sich Breakchance um Breakchance und belohnte sich mit dem Satzausgleich. Der Hamburger eilte auf die Toilette, Sonego ließ sich an der rechten Hand behandeln.
Um Punkt 1.00 Uhr Ortszeit startete der entscheidende Durchgang. Sonego konnte sein voriges Niveau nicht mehr halten. Stattdessen nahm Zverev seinem Gegner den Aufschlag zum 3:2 ab - und behielt auch zum Schluss die Nerven.