Auch Trump schwelgt bereits in Gedanken
Mit dem Vermächtnis knüpft Obama an eine jahrzehntelange Tradition an: Seit Franklin Roosevelt ließen auch andere Präsidenten wie Harry Truman und George Bush Bibliotheken errichten. Alle früheren Stätten wurden nach Fertigstellung an die staatliche Archivbehörde NARA (National Archives and Records Administration) übergeben und von dieser organisiert. Die NARA bereitete auch die Watergate-Affäre rund um US-Präsident Richard Nixon in dessen Bibliothek für die Öffentlichkeit auf.
Die Obama-Stiftung betreibt dagegen das Presidential Center selbst und lagert im Gegensatz zu früheren Präsidentenbibliotheken keine physischen Regierungsakten vor Ort, diese wurden digitalisiert. Kritiker monieren, dass die Privatisierung die Tür für parteiische Einflussnahme bei der Kuratierung öffne.
Auch der jetzige US-Präsident Donald Trump liebäugelt bereits mit seinem Vermächtnis – das allerdings weniger an eine Bibliothek oder ein Museum erinnern könnte: Neben einem Hotel und möglichen Büros soll in dem geplanten Komplex in Miami auch eine Boeing 747 Air Force One untergebracht werden. Für das Museum seines politischen Widersachers hat Trump nur Spott übrig: Auf Truth Social zeigte er das Bild einer gigantischen Mülltonne, die mit "Obama Presidential Library" betitelt ist. Den Adressaten lässt das indes kalt: In Obamas Ausstellung ist Trump nirgendwo Thema.