Valeo Ebern Finger weg vom Tarifvertrag

Helmut Will

Nicht nur bei Schaeffler in Eltmann, auch bei Valeo in Ebern macht man sich Sorgen um die Arbeitsplätze. Mit einem Warnstreik appellierte die IG Metall nun an die Arbeitgeber.

Flagge zeigte auch die IG Metall-Jugend. Foto:  

Ebern - Mit einem stillen Protest hatte es am 1. März angefangen. Damals wandte sich die IG-Metall Bamberg gegen den Arbeitsabbau beim größten Arbeitgeber in Ebern. Am Mittwoch fand eine Warnstreikaktion vor dem Haupt- und Nebentor statt – und das gleich dreimal. Um dreizehn und 21 Uhr und am Donnerstagmorgen um fünf Uhr, als jeweils die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach Schichtende nach Hause gingen.

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Die Arbeitgeber wollen am Urlaubs- und Weihnachtsgeld sparen. „Finger weg vom Tarifvertrag“, das war eine der Botschaften, die bei dem Warnstreik vermittelt wurden. Mit vor Ort waren Andrea Sicker, zweite Bevollmächtigte der IG Metall Bamberg, sowie Vertrauenskörperleiter von Valeo in Ebern, Thomas Werner und Betriebsratsvorsitzende Sonja Meister, die zusammen mit weiteren IG-Metallfunktionären und Mitgliedern des Betriebsrates bei Valeo gegen Stellenabbau protestieren und vier Prozent Lohnerhöhung forderten. „Es geht weiter mit unseren Warnstreiks in der Region Bamberg, heute bei Valeo in Ebern, wobei wir alle drei Schichten aufrufen sich an der Aktion zu beteiligen. Wir verabschieden heute die Kolleginnen und Kollegen in den Feierabend, die mit uns zeigen, dass sie hinter den Tarifforderungen der IG Metall stehen und die Forderungen, die der Arbeitgeberverband gerade auf den Tisch gelegt hat, nicht unterstützen“, sagte Andrea Sicker.

In dieser Tarifrunde werden Lösungen, die für Menschen in Zukunft wichtig sind gefordert, gerade auch in der Coronakrise. Die Forderungen lauten nach den Worten der IG Metall Vertreterin: Beschäftigungssicherung, vier Prozent mehr Entgelt und das Thema Zukunftstarifverträge zur Gestaltung der Zukunft. „Die Arbeitgeber haben bisher eine Nullrunde für das Jahr 2021 angeboten und für das Jahr 2022 lassen sie nicht wirklich mit sich reden. Sie können sich eigentlich nur einige betriebliche Lösungen vorstellen, so die IG Metallvertreterin.“

Weiter wollen sie an tarifliche Regelungen mit dem Ziel einer Verschlechterung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes, was abhängig sein soll, vom Gewinn der Unternehmen. „Das können sich die Beschäftigten nicht bieten lassen und wir wollen deshalb heute bei FTE-Valeo in Ebern ein Zeichen setzen“, so Andrea Sicker.

Als die Bediensteten der Frühschicht gegen dreizehn Uhr das Werk verließen, wurden sie an den Toren von den Funktionären und Betriebsräten mit entsprechendem Infomaterial versehen und in den Feierabend verabschiedet. Vor allem vor dem Haupttor, wo auch die IG Metall-Jugend mit vertreten war, beteiligten sich Bedienstete des Unternehmens für kurze Zeit an der Warnstreikaktion. Vor den Toren wehten die Fahnen der IG Metall, sodass auch zufällig vorbeikommende Passanten die Aktion mitbekommen haben und Gespräche mit Funktionären führten. Betriebsratsvorsitzende Sonja Meister und Vertrauenskörperleiter Thomas Werner wollen, dass der Stellenabbau gestoppt wird und für die Beschäftigten eine Zukunftssicherung gegeben ist. „Das ist unsere Kernbotschaft“, sagte Sonja Meister. Wichtig sei es, dass man neue Produkte aufnimmt, um die Belegschaft zu halten. Wie es derzeit aussehe, sei weiterer Stellenabbau zu befürchten, ja er sei schon angekündigt. Dagegen wolle man sich vehement wehren.