Verena Landau stellt im Kunstverein aus Zwischen Sehen und Gesehenwerden

Blick von außerhalb: Die Künstlerin Verena Landau betrachtet sich selbst beim Anfertigen der Fotos. Foto: Joachim Goslar/Joachim Goslar

Verena Landau stellt sich Fragen über das Beobachten und Beobachtetwerden. In einer Ausstellung im Kunstverein macht sie sich auf die Suche nach Antworten. Auch mit einem Triptychon.

Für die Räumlichkeiten des Kunstvereins Coburg, die sie architektonisch beeindruckend findet, kombiniert die Künstlerin Verena Landau unter dem Titel „Inside the panopticon“ Werkgruppen ihrer jüngsten Schaffensperiode mit eigens für den Kunstverein konzipierten Malereien.

Seit 2017 beschäftigt sich die gebürtige Düsseldorferin mit Orten, an denen etwas präsentiert wird oder an denen sich etwas präsentiert. „An diesen Situationen interessieren mich insbesondere die Subjekt-Objekt-Verhältnisse und wie sich diese außerhalb des Bildes im Ausstellungsraum fortsetzen“, erläutert sie, „wir sehen Personen, die etwas betrachten. Sie versuchen durch eine Kamera oder ihr Handy das, was sie sehen und was wir, in ihre Richtung schauend, auch sehen, festzuhalten.“

Auch ihre Arbeiten entstehen nach Fotografien oder Video Stills, die sie in Malerei transformiert. Dabei stellt sie sich die Frage, was die Figuren ihrer Bildräume betrachten. Kunst verschiedener Epochen? Ein antikes Grabmal? Eine Wand? Eine zerstörte Landschaft?

„Diese Subjekt-Objekt-Beziehungen, die Beschäftigung mit dem Anderen und das Beobachten können ein positives Potenzial entfalten, im Sinne einer Umkehrung des Blicks, denn der, die oder das Andere, das uns beobachtet, macht uns erst zu dem, was wir sind“, erklärt die studierte Malerin und Grafikerin und fragt: „Was passiert aber, wenn wir selbst permanent gesehen werden, und uns selbst durch die Spiegelung der anderen sehen wie in einem Panopticon?“ Die Idee des „Panopticons“ trage positive sowie negative Bedeutungen und Funktionen in sich: Das Panoptikum als Wunderkammer oder Spiegelkabinett, das den Blick erweitert in Richtung Multiperspektivität. Heutzutage wird der Begriff „Panopticon“ oft mit der Idee des Rundbaus von Jeremy Bentham, der Gefängnisse oder Fabriken nach dem Prinzip der permanenten Beobachtung und Kontrolle entwarf, verbunden. Die Gefängnisinsassen waren in den kreisförmig angeordneten Zellen untergebracht. Sie wurden von einem oder mehreren Wärtern aus einem Turm in der Mitte permanent beobachtet. Die Gefangenen wurden gesehen, konnten aber nicht sehen, wer sie sah.

Im Coburger Kunstverein bildet ein Triptychon in der Rotunde das Zentrum der Ausstellung von Verena Landauer. „Dabei verbinde ich die drei Orte als Möglichkeiten miteinander. Die Rotunde im Altbau des Kunstvereins Coburg erscheint mir für die Installation dieser Arbeit prädestiniert“, so Landauer. Im Foyer im Untergeschoss zeigt sie ältere und neuere Arbeiten, die „einen spannungsvollen Dialog zwischen dystopischen und utopischen Visionen eröffnen werden.“

Verena Landau: „Inside the panopticum“

Ausstellung im Coburger Kunstverein vom 09. Juli bis 21. August.

Vernissage am 9. Juli um 16 Uhr.

Autor

 

Bilder