Ebern - Den ersten „Spaziergang“ umgab noch vorweihnachtliches Flair, „Tee, Glühwein und Kerzen können gerne mitgebracht werden“, hieß es, man wolle ein Zeichen setzen gegen „die Spaltung“. Die Einladung zum zweiten „Abendspaziergang gegen die Spaltung“ in Ebern, die in den Eberner Gruppen der sozialen Netzwerke und darüber hinaus offenbar auch in Telegram-Chats rechtsextremistischer Gruppierungen kursierte, hüllte sich nicht weniger heimelig in die Silhouette der verschneiten Stadt. Wer den Aufruf zur dritten Veranstaltung zum Thema gesehen hat, merkt: Der Ton hat sich geändert. „Friedlich, aber bestimmt!“, ist das Motto des für diesen Mittwoch angekündigten „Neujahrsspaziergangs“, noch größer aber prangt der Hashtag „Bürger stehen auf“, freilich auch mit Ausrufezeichen, auf dem Aufruf, der als Bild einen Ausschnitt des Eberner Stadtplans zeigt. Und das nicht ohne Grund: „Wir bestimmen als freie Bürger unsere Route selbst!“, ist darunter zu lesen – eine klare Ansage gegen die beim vergangenen „Spaziergang“ vorgegebene Streckenführung durch die Allgemeinverfügung des Haßfurter Landratsamtes.