Verkehrsbehinderungen in Neustadt Winterdienst im Dauereinsatz

Unerlässlich sind die Einsatztrupps, die händisch mit Schaufeln Fußwege, Fußgängerüberwege und Gullys von Schnee und Eis befreien. Foto: Peter Tischer

Schlecht geräumte Straßen: Diesen Vorwurf will Winterdienst-Chef Bastian Bauer nicht auf sich und seiner Mannschaft sitzen lassen. Dabei nimmt er auch die Verkehrsteilnehmer in die Pflicht.

Neustadt - Der heftige Schneefall ist zwar mit Ansage gekommen, dass es dennoch zu Verkehrsbehinderungen kam und noch kommt, war und ist allerdings nicht zu verhindern. „Wenn es schneit, liegt unser Hauptaugenmerk darauf, den Verkehr innerstädtisch aufrecht zu erhalten“, erläutert Winterdienst-Chef Bastian Bauer. Will heißen, die Winterdienst-Brigade des städtischen Bauhofs ist mit rund 40 Mitarbeitern, fünf Großfahrzeugen, vier Kleinfahrzeugen und zwei Kfz mit Handrevier im Einsatz. 80 Kilometer Ortsstraßen und 40 Kilometer Gemeindeverbindungsstraßen warten auf sie. Dabei sind die Wohn- und Sammelstraßen noch gar nicht eingerechnet. Sie alle freizuräumen, gleicht einer Sisyphusarbeit.

„Bei permanentem Schneefall müssen wir ein paar Mal dieselbe Strecke räumen bei einer Umlaufzeit von vier Stunden“, erläutert Bauhofleiter Gerhard Reh das Prozedere. Dass die Straßen bei anhaltendem Schneefall schwarz sind, sei dennoch nicht realisierbar. „Um 2.30 Uhr sind unsere Späher rausgefahren und haben die Lage vor Ort beurteilt“, erläutert Bauer. „Um 3.30 Uhr folgten die fünf Großfahrzeuge, um 4.30 Uhr kamen die vier Kleinfahrzeuge dazu und schließlich zwei Kfz mit Mitarbeitern, die händisch neuralgische Stellen von Schnee und Eis befreien.“ Bis 7 Uhr hätten sie so die Hauptverkehrsstraßen geräumt und gestreut. Das gelte auch für die Bergdörfer und die südlichen Stadtteile, wo Subunternehmer, meist Landwirte, für den Räum- und Streudienst sorgen. „Natürlich gibt es immer Anrufe, dass in Neustadt schlechter geräumt wird als anderswo“, weiß Reh von Beschwerden, kann diese aber ebenso wenig verstehen wie sein Mitarbeiter Bauer.

Wenn parkende Autos etwa die Räumarbeit erschwerten, könne der Umlauf dann schon einmal sechs statt der errechneten vier Stunden betragen. Zudem sei der Winterdienst permanent unterwegs. Oberste Priorität hätten dabei Schul- und Linienbusstrecken sowie deren Haltestellen, Straßen mit starkem Gefälle, Haupt- und Durchfahrtsstraßen, Fußgängerzonen und Fußgängerüberwege. „Nur bei starker Glätte, wie beispielsweise Eisregen, folgen Sammelstraßen, später Anliegerstraßen und Wohnwege“, erklärt Bauer. Von schlecht geräumt könne laut Reh und Bauer nicht die Rede sein. Vielmehr sollten sich auch die Autofahrer ihrer Verantwortung bewusst sein: „Bei Schneefall sollte man eher losfahren und das Auto so parken, dass wir mit den Räumfahrzeugen durchkommen“, appellieren die beiden. „Der Frost-Tau-Wechsel sorgt für Glatteis und das ist dann oft fatal, weil es eben niemand sieht“, warnen die beiden. Sie verweisen darauf, dass neuralgische Punkte wie der Stiefvater, der Höhner Berg und die B 4 nicht in die Zuständigkeit des Neustadter Bauhofs fallen. Sie sind Kreis- oder Bundesstraßen und werden deshalb vom Landkreis bzw. der Straßenmeisterei geräumt.

Inzwischen habe man auch schon Streusalz nachgeordert: „Hier sind wir sehr gut aufgestellt“, zeigt Reh auf. „Wir haben 700 Tonnen in zwei Hallen aufgeteilt. Wenn die eine leer ist, wird nachbestellt.“ Zudem kommen 150 Tonnen Split, die der Privatmann sogar kostenlos im Bauhof abholen kann.

Sorgen, dass es dieses Jahr nicht ausreichen könnte, hegen Reh und Bauer nicht. „Zudem möchte ich an die Räum- und Streupflicht der Grundstückseigentümer erinnern“, appelliert Reh, hier den städtischen Winterdienst zu unterstützen. Um die Müllabfuhr nicht zu gefährden, hat Reh zudem drei Müllfahrzeuge eingesetzt. Offiziell endet der Winterdienst dann am 31. März „natürlich nur dann, wenn uns Frau Holle nicht einen Strich durch die Rechnung macht“, so Reh und Bauer.

 
 

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