Tat auf dem Bahnsteig dauerte nur 24 Sekunden
Die Tat auf dem Bahnsteig dauerte nach Angaben des Hamburger Senats nur 24 Sekunden. Wenige Minuten zuvor hatte die 40-Jährige ein Gemüsemesser mit einer 8,5 Zentimeter langen Klinge in einem Drogeriemarkt im Hauptbahnhof gestohlen. Zwei Zeugen wurden auf die Messerstecherin aufmerksam und stoppten sie auf dem Bahnsteig. Einer der Männer brachte sie den Angaben zufolge zu Fall und trat ihr das Messer aus der Hand. Gemeinsam hielten sie die Frau bis zum Eintreffen der Polizei fest.
Verteidigerin kritisiert Versorgung psychisch Kranker
Die Verteidigerin der 40-Jährigen hatte zu Beginn des Prozesses auf Mängel in der medizinischen Versorgung für psychisch schwer kranke Menschen aufmerksam gemacht. Liegezeiten in Kliniken seien extrem verkürzt und dadurch würden schwer kranke Menschen wie im Fall ihrer Mandantin sogar in die Obdachlosigkeit entlassen.
Erst am Tag vor dem Messerangriff im Hamburger Hauptbahnhof war die 40-Jährige aus einer Psychiatrie im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven entlassen worden. Nach Auskunft der Klinik gab es zu jenem Zeitpunkt keinen medizinischen Befund, der eine weitere Unterbringung gerechtfertigt hätte.