Vor einigen Jahren gelangte ein kleines, unscheinbares Faltbuch als Schenkung an die Kunstsammlungen der Veste Coburg. Das um 1905 entstandene Leporello, das nur 10 cm in der Höhe misst, ist im ausgeklappten Zustand drei Meter lang. Es zeigt den fiktiven historischen Hochzeitszug Herzog Johann Casimirs (1564–1633), der sich einst über mehrere Wände am Fürstenbau der Veste zog. Mit der Übergabe des Büchleins begann für Prof. Dr. Stefanie Knöll, Leiterin des Kupferstichkabinetts der Kunstsammlungen der Veste Coburg, ein spannender Recherche-Krimi zu dem heute leider verlorenen Wandgemälde. So entdeckte die Kunsthistorikerin im Zuge dieser Forschungen vier Entwurfszeichnungen für die Wandmalerei, deren Entstehungsgeschichte eng mit der Baugeschichte der Veste verknüpft ist.