Gewalttat in Coburg Verdächtiger wegen versuchter Tötung in Haft

Am 15. August soll ein 29-Jähriger eine 33 Jahre alte Frau in einer Wohnung in der Seifartshofstraße mit Tritten und Schlägen schwer am Kopf verletzt haben. Nun sitzt er in Untersuchungshaft. Laut einer örtlichen Beratungsstelle kein Einzelfall. 

Das Opfer erlitt mehrere Knochenbrüche im Gesicht und musste im Krankenhaus ambulant behandelt werden. Foto: Imago

Am Freitag, 15. August, kam es am späten Abend zu einer Auseinandersetzung zwischen drei Frauen in einer Wohnung in der Seifartshofstraße in Coburg. Der 29-jährige Ehemann einer der Frauen soll sich in den Streit eingemischt und eine der beiden Kontrahentinnen seiner Ehefrau schwer verletzt haben. Der Tatverdächtige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft, wie das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Coburg in einer gemeinsamen Presseerklärung am Montag mitteilt.

Nach der Werbung weiterlesen

Nach bisherigen Erkenntnissen soll die 25-jährige Ehefrau des Beschuldigten mit den beiden anderen Frauen gegen 22.45 Uhr in einen heftigen Streit geraten sein. Der hinzugekommene Ehemann soll daraufhin gewaltsam die Wohnungstüre eingetreten und eine der beiden Mitstreiterinnen seiner Frau durch Schläge und Tritte gegen den Kopf schwer verletzt haben.

Kriminalpolizei Coburg leitet Ermittlungen

Die 33-Jährige erlitt mehrere Knochenbrüche im Gesicht und wurde im örtlichen Krankenhaus ambulant behandelt. Am Donnerstag, 21. August, wurde der 29-jährige Tatverdächtige einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Coburg Haftbefehl wegen eines versuchten Tötungsdeliktes. Der Mann sitzt nun in einer Justizvollzugsanstalt ein.

Die Kriminalpolizei Coburg hat in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Coburg die weiteren Ermittlungen übernommen.

"Oft geht es Tätern darum, Macht und Kontrolle zu gewinnnen"

Die Zahl der Straftaten gegen Frauen und Mädchen steigt "massiv" an, sagt jemand, die es wissen muss. "Auch bei uns in der Region. Das haben erst wieder die neuen Zahlen des Bundeskriminalamts gezeigt", betont eine Mitarbeiterin der Beratungsstelle für gewaltbetroffene Frauen und Kinder in Coburg, die nicht namentlich genannt werden möchte. Ob das Bewusstsein der betroffenen Frauen und Mädchen mittlerweile größer ist oder die Gewaltbereitschaft der Täter gegenüber ihnen wirklich gestiegen ist, könne sie nicht abschließend sagen. "Es ist aber natürlich wichtig zu fragen, woher das kommt." 

Viele Frauen, die zu ihnen in die Beratungsstelle kommen, hätten mit Partnerschaftgewalt zu kämpfen. "Oft geht es den Tätern darum, Macht und Kontrolle über ihre Partnerinnen zu gewinnnen", erklärt sie weiter. Sie zwingen die Frauen dazu, den Kontakt zu Freunden und Familien abzubrechen, um sie letztendlich komplett zu isolieren. "So fällt es ihnen noch schwieriger, aus diesen Fängen herauszukommen." 

Ob beim Vorfall in der Seifartshofstraße der Tatverdächtige lediglich seine Frau unterstützen wollte oder aus Macht- und Kontrollwille gegenüber der Kontrahentin mutmaßlich handgreiflich geworden ist, könne sie derweil nicht beurteilen. "Das ist reine Spekulation."