Veste Coburg Wie Herzog Ernst I. zwei Welten verband

Zum 200. Jubiläum des Herzogtums Coburg-Sachen und Gotha laden die Kunstsammlungen der Veste zu einer Ausstellung. Einige Objekte sind erstmals in Coburg zu sehen.

Eine große Ausstellung widmet sich Herzog Ernst, der das Herzogtum Coburg-Sachsen und Gotha schuf. Foto: Kunstsammlungen/Dieter Ertel

Bekannte Namen hat das Haus Sachsen-Coburg und Gotha hervorgebracht: Queen Victoria, Prinz Albert, Leopold I. von Belgien. Aber der Mann, der den Grundstein für ihren Aufstieg legte, steht oftmals im Schatten. Eine neue Ausstellung auf der Veste Coburg rückt ihn nun ins Zentrum: Herzog Ernst I., Begründer des Doppelherzogtums Sachsen-Coburg und Gotha. Wie kein anderer seiner Vorgänger prägte er zudem die Coburger und Gothaer Kulturlandschaft.

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Unter dem Titel „Ein Herzog. Zwei Residenzen.“ widmen sich die Kunstsammlungen der Veste Coburg noch bis zum 20. September dem ambivalenten und zugleich prägenden Fürsten. Anlass ist ein historisches Jubiläum: Vor genau 200 Jahren entstand das Doppelherzogtum, das zwei räumlich getrennte Regionen – Coburg und Gotha – zu einem politischen Gebilde verband.

Rund 40 Kilometer trennten die beiden Landesteile. Eigene Landtage, Verwaltungen und kulturelle Einrichtungen sollten bestehen bleiben. Herzog Ernst I. behielt beide Residenzen bei und verknüpfte sie durch eine repräsentative Infrastruktur wie Schlösser, Parkanlagen, Theater und eine direkte Straßenverbindung zwischen Coburg und Gotha. Durch kluge Heiratspolitik konnte das kleine Herzogtum zudem seine internationalen dynastischen Verbindungen ausbauen, die es im späteren 19. Jahrhundert zu einem Treffpunkt des europäischen Adels werden ließ und bis heute fortwirken.

In ihrer Ausstellung erinnern die Kunstsammlungen der Veste Coburg erinnern an die Ereignisse von 1826 und deren zentralen Protagonisten. Einige der 200 Objekte werden erstmals in Coburg präsentiert. Sie zeigen den Herzog als Regenten, Bauherrn und Kunstmäzen, der seine Residenzen wesentlich gestaltete und ihre Geschichte als bedeutende Sammlungsstandorte nachhaltig formte.

Politisch war Ernst ein Kind seiner Zeit, geprägt von den Nachwirkungen der französischen Revolution und den Umwälzungen der napoleonischen Herrschaft. So zeichnete er sich einerseits durch eine reaktionäre Haltung und Misstrauen gegenüber allen bürgerlichen Bestrebungen der Mitbestimmung aus, andererseits erließ er für Coburg 1821 die liberalste Verfassung ihrer Zeit.

Unterstützt wird die Ausstellung durch hochkarätige Leihgaben der Friedenstein Stiftung Gotha, der Stiftung der Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha’schen Familie, der Landesbibliothek Coburg und weiterer institutioneller und privater Leihgeber. Die Realisierung des Projektes wird durch die Niederfüllbacher Stiftung gefördert.

Zur Ausstellung gibt es Begleitführungen, auch online, und ein Buch. Weitere Informationen unter veste.kunstsammlungen-coburg.de/coburg-gotha-1826/