Vogel-Beobachtung Wintergäste am Goldbergsee

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In Bayern werden immer mehr Silberreiher gesichtet. Das gilt auch fürs Coburger Land. Aber was machen die schönen Vögel, wenn der Winter bleibt?

Silberreiher fühlen sich am Goldbergsee wohl. Foto: Gerhard Hübner/LBV

Beiersdorf/Hilpoltstein - Beim Landesbund für Vogelschutz in Hilpoltstein häufen sich Meldungen von Silberreihern. Der große Vogel falle auch vielen Menschen auf, die sich nicht zu den Vogelexperten zählen, schreibt der LBV in einer Mitteilung. Oft stünden die stattlichen Reiher gut erkennbar in größeren Gruppen auf Wiesen und Äckern und suchen dort nach Nahrung. Dabei ist der Name Silberreiher eigentlich etwas irreführend, das Gefieder der Vögel ist rein Weiß.

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„Vor allem in den Wintermonaten sind die Vögel oft in großer Zahl zu beobachten – dabei manchmal in Gruppen von über 200 Tieren,“ berichtet LBV-Vogelexperte Simon Niederbacher. Zu sehen gibt es die schönen Vögel auch im Raum Coburg. „Seit vielen Jahren gehören überwinternde Silberreiher zum vertrauten Bild auf Wiesen und Äckern in den Talniederungen im Coburger Land, vor allem im Raum zwischen Coburg und Bad Rodach,“ erklärt Naturschutzfachberater Gerhard Hübner vom LBV-Coburg. Besonders um den Goldbergsee seien sie regelmäßig anzutreffen.

Mäuse als Nahrung

So berichtete LBV-Gebietsbetreuer Christian Fischer, dass bei einer naturkundlichen Exkursion im Oktober der Wintergast Silberreiher dort bereits weitaus häufiger anzutreffen war als der heimische Graureiher.

„Offenbar zieht ihn das reiche Nahrungsangebot in Form von Mäusen an“, mutmaßt Hübner. Die Region habe einen weiteren natürlichen Regulator zu Gast, der helfe, die seit zwei Jahren anhaltenden Mäuseüberpopulation zu reduzieren.

Bruten des Silberreihers in Bayern sind laut LBV noch keine bekannt Vor allem im Norden Deutschlands gebe es mittlerweile etwa ein Dutzend Brutpaare. Weshalb der Silberreiher nur an wenigen einzelnen Standorten in Deutschland brütet, sei noch nicht geklärt.

Vor 30 Jahren eine Sensation

Vor 30 Jahren noch eine absolute Sensation in Deutschland und auch vor der Jahrtausendwende nur ein seltener Gast, stieg die Zahl der in Bayern beobachteten Silberreiher in den letzten Jahren rapide an. „Im vergangenen Winter waren es an Spitzentagen zwischen 1000 und 1500 Individuen, die auf bayerischen Feldern, Äckern und in Feuchtgebieten beobachtet wurden“, so Simon Niederbacher. Mit einer Größe von 90 und einer Spannweite von 190 Zentimetern ist der Silberreiher ungefähr so groß wie der Graureiher.

Noch sind sich Ornithologen nicht ganz sicher, warum sich der Silberreiher seit Jahren immer weiter nach Mittel- und Westeuropa ausbreitet, obwohl seine Brutgebiete hauptsächlich im Südosten sowie Osten Europas und bis nach Russland zu finden sind. „Der Silberreiher hat in den letzten Jahrzehnten – ähnlich wie der Weißstorch – zunehmend Mäuse, Insekten und Würmer in seinen Speiseplan aufgenommen. Da diese reichlicher vorhanden sind als Amphibien und Fische, findet er auch mehr Nahrung“, erklärt der LBV-Experte. Steigende Brutpaarzahlen im Osten führten zu mehr überwinternden Silberreihern in Deutschland, wobei auch immer mehr Tiere den Sommer über bei uns verbringen. Warum der Silberreiher aber hierzulande bislang nur sehr vereinzelt brütet, darüber kann nur spekuliert werden. „Die erste Brut in

Deutschland gab es 2012 in Schleswig-Holstein – mittlerweile sind es bundesweit etwa ein Dutzend. Bayern könne hoffen, dass es bald auch Bruten gibt. Bei der „Stunde der Wintervögel“ des LBV 2019 zählten Vogelfreunde 203 Silberreiher in Bayern, 2020 wurden 434 dieser Vögel dem LBV gemeldet. Auch hier sei ein häufiges Auftreten im Winter deutlich zu erkennen.

Gegen Kälte geschützt

Der Winter macht den Vögeln übrigens nichts aus. „Sie sind gut gegen Kälte geschützt“, erklärt Markus Erlwein von der LBV-Pressestelle. Nur wenn es über Wochen eine geschlossene Schneedecke und gefrorene Gewässer gibt, werde es mit der Nahrungssuche problematisch, dann zögen sie in wärme Gebiete, etwa Richtung Bodensee. mar