Vogelschießen Erfolgreicher Auftakt endet mit Schlägerei

Bis 23 Uhr herrscht auf dem Anger eine ausgelassene Stimmung. Doch dann fliegen im Festzelt plötzlich die Fäuste.

Mit dem Coburger Schützenfest kann selbst das umstrittene Partyhit Laila nicht mithalten. Bereits vor dem langersehnten Fassanstich, stimmten sich die Vestestädter im Festzelt auf dem Anger musikalisch auf das Schützenfest ein. Kurz vor 20 Uhr war der große Moment gekommen. Die Coburger Schützengesellschaft drehte eine Runde über den Festplatz, bevor mit dem Coburger Marsch der feierliche Einzug ins Festzelt erfolgte. Selbst die Laila-Sprechchöre verstummten vorerst. „Man merkt einfach, wie sehr sich die Menschen auf das Schützenfest gefreut haben“, sagte Matthias Klar, Pressesprecher der Schützengesellschaft. „Die gute Stimmung lassen wir uns ach durch den Regen nicht verderben.“

Gut gelaunt betrat Oberbürgermeister Dominik Sauerteig die Bühne, um das Bierfass anzustechen. „Ich würde ihnen allen empfehlen, die erste Reihe zu meiden. Es ist mein erster Fassanstich und ich habe vorher nicht geübt. Es könnte also in der ersten Reihe etwas spritzen“, scherzte das Stadtoberhaupt. Doch dann benötigte Sauerteig lediglich zwei Hammerschläge. „Wir haben im Vorfeld den richtigen Aufsatz für das Fass ausgesucht, damit der Fassanstich etwas leichter von der Hand geht“, scherzte Matthias Klar. Im Laufe des Abends füllte sich das Festzelt immer weiter.

Auch auf dem regnerischen Festplatz war die Stimmung großartig. „Eigentlich ist so ein bisschen Regen für ein Volksfest gar nicht so schlecht. Da gibt es keine langen Warteschlangen und die Fahrgeschäfte fahren länger“, lobte Martina Humbold, die vor dem Autoscooter auf ihre Kinder wartete. „Wir haben uns schon überlegt, ob wir heute wirklich in die Innenstadt sollen. Immerhin hat es ja vorhin sogar ein leichtes Gewitter gegeben. Aber das konnten wir unseren Kindern einfach nicht zumuten. Immerhin freuen die sich schon seit Tagen auf das Schützenfest“, schildert Max Zimmermann. Spätestens das große Feuerwerk entschädigte dann alle Besucher auf dem Anger für die nassen Klamotten.

Doch leider kippte am späten Abend die ausgelassene Feierlaune. Gegen 23 Uhr flogen im Festzelt plötzlich die Fäuste. „Ein 22-jähriger Mann aus dem Landkreis Lichtenfels, der bereits zuvor wegen einer körperlichen Auseinandersetzung mit einem 17-Jährigen aufgefallen war, schlug im Bierzelt einem 16-Jährigen einen Bierkrug ins Gesicht. Der 16-Jährige wurde vor Ort, im Sanitätszentrum, ambulant versorgt“, bestätigt Polizeihauptkommissar Matthias Schikora auf Anfrage unserer Zeitung. „Für den äußerst aggressiven Schläger war nun der Besuch des Vogelschießens endgültig beendet.“ Das musikalische Bühnenprogramm musste unterbrochen werden. „Wir verurteilen jede Form von Gewalt. Daher spielen wir erst weiter, wenn ihr euch wieder beruhigt habt“, verkündete Laura Wehner, Sängerin der Live-Band Klostergold. Mehrere Personen versuchten, die angespannte Situation zu schlichten. Erst 20 Minuten später kehrte im Festzelt wieder Ruhe ein. „Leider dürfen wir nur bis 23.30 Uhr für euch spielen. Aber so wollen wir uns heute von euch nicht verabschieden. Daher bitten wir alle, die noch da sind, noch einmal auf die Tanzfläche“, so Laura Wehner abschließend.

Auch für ein junges Pärchen war der Besuch des Vogelschießens früher beendet, als ursprünglich gedacht. „Ein 21-Jähriger geriet mit seiner Freundin in einen Streit, woraufhin ihn Security-Mitarbeiter aus dem Festzelt verwiesen. Darüber echauffierte er sich derart, dass er eine Bierflasche zerschlug und den Flaschenhals in Richtung der Securitys warf“, so Schikora. „Er traf zwar keine Personen, verletzte sich aber selber an der Hand. Auch ihn versorgten die Sanitäter vor Ort. Anschließend nahm ihn seine 19-jährige Freundin in ihre Obhut und brachte ihn nach Hause.“

Autor

 

Bilder