Wie verlief der Sorgerechtsstreit?
Block kämpfte jahrelang juristisch, bekam in Deutschland das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen. Doch im Februar 2023 entschied ein dänisches Gericht, dass der Junge und das Mädchen zwar widerrechtlich nach Dänemark gebracht worden seien, sie aber nicht zurückgeführt werden könnten.
Wenige Tage nach Neujahr 2024 entschied das Hanseatische Oberlandesgericht aufgrund seines Eilantrags, dass dem Vater die nun wieder in Deutschland befindlichen Kinder zurückgegeben werden müssen. Das geschah noch am selben Tag.
Was sagt er, was sagt sie?
Der Fall Block hat eine lange Vorgeschichte geprägt von gegenseitigen Vorwürfen. All das wird im Gerichtssaal ausgebreitet - vor der Öffentlichkeit, begleitet von Livetickern und Podcasts.
Hensel wirft der Mutter vor, den Kindern Gewalt angetan zu haben. Deshalb hätten der Junge und das Mädchen im August 2021 nicht zu ihr zurückgewollt. Er hindere die Kinder nicht am Kontakt zur Mutter, aber sie wollten nichts mehr mit ihr zu tun haben.
Block bestreitet, dass es Gewalt gab, als die Kinder bei ihr lebten. Die Lüge habe sich ihr Ex-Mann aus Rache ausgedacht, er manipuliere die Kinder. Unter Tränen schildert sie, wie sehr sie ihren Sohn und ihre Tochter vermisse. Die Entführung bezeichnet sie als eine "Katastrophe". So etwas hätte sie niemals gewollt und habe von den Planungen auch nichts gewusst.
Was hat der mutmaßliche Chef der Kidnapper gesagt?
Mitten im Prozess meldete sich der Chef der israelischen Cyber-Sicherheitsfirma, David Barkay, und bekam für seine Zeugenaussage sicheres Geleit. Die Version des 69-Jährigen: Er sei engagiert worden, um die Familie des Ex-Mannes auszuspionieren und Informationen zu sammeln, die im Sorgerechtsstreit helfen sollten. Als das nicht den gewünschten Erfolg gebracht habe, sei der Druck auf ihn immer größer geworden.
Auch der Vater von Christina Block, der Gründer der Steakhaus-Kette "Block House", Eugen Block, sei informiert gewesen. Christina Block sei bei einem Treffen mit maskierten Männern im Hotel Grand Elysée kurz vor der Tat dabei gewesen und habe ihnen gedankt. Die Angeklagte bestreitet, dass es so ein Treffen gab.
Wie ist die Stimmung im Gerichtssaal?
Sehr angespannt. Fester Bestandteil sind die Wortgefechte, die sich Verteidiger, Nebenklage und Vorsitzende Richterin liefern. So dürfte es auch an den nächsten Prozesstagen weitergehen.