Wahl in Weitramsdorf Brettschneider neuer Bürgermeister

Der Kandidat der CSU gewinnt die Wahl in Weitramsdorf überraschend schon im ersten Durchgang. Der 41-jährige Polizeibeamte zieht noch in dieser Woche ins Rathaus ein.

Christian Brettschneider (CSU), Max Kräußich (Freie Wähler) und Christian Koch (Überparteiliche Wählergemeinschaft Weidach) müssen am Sonntag knapp eine Stunde warten, bis stellvertretender Bürgermeister Henning Kupfer (CSU) und geschäftsleitender Beamter Heiko Geuß das Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Weitramsdorf auf der Treppe vor dem Rathaus offiziell verkünden. Eine knappe Minute vorher hat 3. Bürgermeister Dominic Juck (SPD) dem 41-jährigen Polizeibeamten, der mit seiner Familie in Weidach lebt, schon zugeflüstert, dass er der Wahlsieger ist. Mit 53,23 Prozent habe er gewonnen. Erste Gratulanten wehrt Brettschneider jedoch ab. Er wolle abwarten, bis Kupfer und Geuß vor die wenigen Bürgerinnen und Bürger treten, die am Sonntagabend ans Rathaus gekommen sind, um den Ausgang der Bürgermeisterwahl mitzuerleben.

Um 18.56 Uhr ist es dann soweit. Henning Kupfer bedankt sich bei allen drei Kandidaten für den fairen Wahlkampf, nachdem Bürgermeister Andreas Carl (Dorfgemeinschaft Neundorf), der erst im Mai 2020 ins Amt gekommen war, im April überraschend seinen Rücktritt erklärt hatte. Und Heiko Geuß gibt bekannt: Auf Christian Brettschneider (CSU) entfallen 1227 Stimmen. Das entspricht 53,23 Prozent. Max Kräußlich (FW/BV) kann 672 Bürgerinnen und Bürger von sich überzeugen – 29,15 Prozent – und Christian Koch (ÜPWG) 406 Wählerinnen und Wähler – 17,61 Prozent. Während Kräußlich in seinem Heimatort Weitramsdorf im Stimmbezirk I mit 47,26 Prozent vor Brettschneider liegt, kommen die beiden Kandidaten im Stimmbezirk II (ebenfalls Weitramsdorf) auf jeweils 47,66 Prozent. In allen anderen Stimmbezirken, die die Ortsteile Neundorf, Tambach, Altenhof, Hergramsdorf, Gersbach, Schlettach, Weidach und Vogelherd umfassen, fährt Brettschneider die Mehrheit ein. Er ist zudem Sieger in zwei von drei Briefwahlbezirken.

Weitramsdorfer, die mit einer Stichwahl gerechnet hatten, zeigen sich am Abend überrascht, dass Christian Brettschneider schon beim ersten Urnengang zum neuen Bürgermeister gewählt worden ist. Der CSU-Kandidat selbst bezeichnet seinen Wahlsieg als „riesigen Erfolg“. Er wisse, dass er dieses Vertrauen in den nächsten sechs Jahren rechtfertigen müsse, und dafür wolle er „mit aller Kraft und Motivation“ arbeiten. Ein konstruktives Miteinander sei für ihn auch im Gemeinderat wichtig, „in dem 20 kluge Köpfe sitzen“. Nur im Zusammenspiel „kann Weitramsdorf nach vorne gebracht werden “. Der 41-jährige CSU-Kandidat, den SPD und Dorfgemeinschaft Neundorf unterstützten, wird sein Amt noch in dieser Woche antreten.

Die unterlegenen Kandidaten Max Kräußlich und Christian Koch gratulierten Christian Brettschneider und sichern ihm eine konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat zu. Kräußlich, der 2020 Andreas Carl in der Stichwahl unterlegen war, sagt, er erkenne den Erfolg Brettschneiders „neidlos an“. Max Kräußlich selbst sei von seinem Abschneiden im ersten Wahlgang „ernüchtert, aber nicht enttäuscht“.

Christian Koch wünscht sich, „dass Christian Brettschneider sein Wahlversprechen umsetzt, ein Bürgermeister für alle Einwohner der Gemeinde zu sein. Dies gelte auch mit Blick auf die Zusammenarbeit mit ÜPWG, SPD und Freien Wählern/Bürgerverein im Gemeinderat.

Martin Mittag, CSU-Kreisvorsitzender und Coburger Landtagsabgeordnete, wertet den Sieg Christian Brettschneiders bei der Bürgermeisterwahl in Weitramsdorf als Ergebnis einer „tollen Arbeit“, die er als Gemeinderat und im Wahlkampf geleistet habe. Bedauerlich, so Mittag, sei die geringe Wahlbeteiligung. Er hoffe, dass bei kommenden Wahlen auf kommunaler, Landes-, Bundes- und Europaebene wieder mehr Bürgerinnen und Bürger von ihrem ureigensten demokratischen Grundrecht Gebrauch machen.

Auch Landrat Sebastian Straubel (CSU) übermittelt Christian Brettschneider am Sonntagabend persönlich Glückwünsche zur gewonnenen Wahl. Allen drei Kandidaten bescheinigt der Landrat, einen „sehr fairen Wahlkampf“ geführt zu haben, „auch dafür danke ich“. Brettschneider habe mit seinen Vorstellungen von der Zukunft der Gemeinde Weitramsdorf überzeugt, „und bei der Umsetzung wünsche ich ihm viel Erfolg, viel Glück und alles Gute“, betont Sebastian Straubel.

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