Sozialreformen: Wie groß wird der Wurf?
Der neunmonatige Dauerwahlkampf dürfte bereits bei den Partei- und Fraktionsklausuren im Januar eingeläutet werden. Parallel will die Koalition die seit langem angekündigten Sozialreformen auf den Weg bringen. Für Krankenversicherung und Rente tagen erst einmal Kommissionen - Ausgang offen. Aber Beobachter zweifeln bereits daran, dass am Ende gemeinsame große Reformschritte gelingen.
In der Rentenkommission sitzen nicht nur Professorinnen und Professoren, sondern auch Koalitionspolitiker. Verhandelt werden soll auch über Punkte, die bisher für die einen oder anderen inakzeptabel waren. Etwa über eine mögliche Verlängerung der Lebensarbeitszeit, konkret auch über ein anderes Renteneintrittsalter. In der Kommission oder spätestens beim Gesetzgebungsverfahren, das sich ab Mitte des Jahres anschließen soll, könnten Konfliktlinien in der Koalition wieder aufbrechen.
Umfrage: Jeder Zweite rechnet mit vorzeitigem Ende der Koalition
Davon geht auch ein Großteil der Bevölkerung aus. Nach der YouGov-Umfrage unter 2116 Wahlberichtigten von Mitte Dezember glauben nur 9 Prozent der Deutschen, dass Union und SPD im kommenden Jahr weniger streiten werden. 49 Prozent meinen, dass es so bleibt wie bisher, und 21 Prozent gehen von zunehmendem Streit aus.
Auch das Vertrauen in den Bestand der Koalition bis zum nächsten regulären Wahltermin in gut drei Jahren ist wenig ausgeprägt. Fast die Hälfte der Deutschen (49 Prozent) glaubt an ein vorzeitiges Ende von Schwarz-Rot. 17 Prozent erwarten es bereits im kommende Jahr, weitere 32 Prozent erst später. Aber nur etwa jeder Dritte (34 Prozent) geht davon aus, dass das Bündnis bis 2029 durchhält.