Hohe Niederschlagsmengen könnten von den ausgetrockneten Böden oft so schnell gar nicht aufgenommen werden und flössen oberflächlich in Gräben, Bäche und Flüsse ab, sagt Kaul. Dann sei der Nutzen für die Waldbäume auch vergleichsweise gering. "Unsere Waldbäume brauchen Wasser in den mittleren bis tieferen Bodenschichten." Je nach Bodenart müsse es dafür über einen längeren Zeitraum - eher Wochen als Tage - immer wieder regnen; gerade so viel, dass die Böden das Wasser aufnehmen könnten, ohne dass es oberflächlich abzulaufen beginne. "Wir brauchen also einen nassen, verregneten Herbst und Winter."
Hat es der Borkenkäfer nun leichter, Schäden anzurichten?
"Ja! Der Abwehrmechanismus der Fichte gegen den Borkenkäfer basiert auf Harzproduktion. Im Trockenstress ist dieser Mechanismus stark eingeschränkt", erläutert Kaul. Trockenheit und Hitze begünstigten also den Borkenkäfer. Auch der Eichenprozessionsspinner profitiere von der Hitze und der Trockenheit.