Generell ist auch die Diskussion um die Anbindehaltung - wie fast immer in der Landwirtschaft - eine Frage des Geldes. Wie Fischer sagt, würden weit mehr Betriebe auf Freilaufhaltung umstellen, wenn sie es sich leisten könnten. Aber gerade die Milchwirtschaft sei seit Langem nicht mehr rentabel. Der Landwirteobmann vergleicht die Preisentwicklung der Milch gerne mit der des Diesels. 1980 habe der Bauer für einen Liter Milch 80 Pfennige erhalten, der Liter Diesel kostete zu der Zeit ebenfalls 80 Pfennige. Heute bewege sich der Dieselpreis bei um die 1,30 Euro, während die Milch für 40 Cent vergütet werde.
Peta hingegen lehnt die Rinderhaltung zur Gewinnung von Fleisch und Milch generell ab. "Wir setzen uns für eine vegane Ernährung ein (Anmerkung: der komplette Verzicht auf tierische Produkte). Es ist schlicht nicht artgerecht, wenn man Milchkühen eine Leistung von 30 bis sogar 50 Litern Milch pro Tag anzüchtet. Die Milchviehwirtschaft ist für die Kuh ein psychologischer und physiologischer Wahnsinn. Die Tiere sind nach spätesten vier bis fünf Jahren verbraucht und reif für das Schlachthaus", sagt Lisa Kainz. Die Tierschutzverstöße seien in Rinderställen an der Tagesordnung. "Das beginnt schon bei den Kälbern, die in der Regel in viel zu kleinen Liegeboxen gehalten werden." Im oben beschriebenen Fall beklagte Peta zudem verschlissene und fehlende Liegematten für die Kühe, zu schmale Liegeflächen, schmutzige und zu harte Böden und eine allgemeine Vernachlässigung der Tiere.
Ist die Tierrechtsorganisation Peta mit ihren Ansichten militant? Dr. Dötsch vom Veterinäramt Tirschenreuth will sich dazu nicht dezidiert äußern. Nur so viel: "Wir gehen den Hinweisen von Peta natürlich nach. In ihrer Darstellung sind sie aber eben etwas reißerisch."