Warnung der Polizei Schadsoftware per SMS

Das Polizeipräsidium Oberfranken warnt vor einer Schadsoftware, die sich unbemerkt auf dem Handy installiert. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Das Polizeipräsidium Oberfranken warnt vor einer Schadsoftware, die sich unbemerkt auf dem Handy installiert. Über eine SMS mit einem Zustellungslink für ein Paket kann die Software das Handy befallen.

Oberfranken - Laut dem Polizeipräsidium häufen sich aktuell wieder SMS, in denen Nutzer von Smartphones über den angeblichen Versand eines Pakets informiert werden.

Kriminelle können auf sämtliche Daten zugreifen

Per SMS werden die Nutzer demnach aufgefordert, die Sendungsverfolgung über einen beigefügten Link zu prüfen und zu bestätigen. Klickt der Empfänger auf diesen Link, installiert sich eine Schadsoftware auf dem Handy, die unter anderem SMS und MMS senden/empfangen sowie eine Fernsteuerung des Smartphones möglich machen kann. Letztlich können die Kriminellen auf sämtliche Daten des Smartphones zugreifen. Oft wird der Handynutzer zusätzlich aufgefordert, Zugangsdaten, die Emailadresse oder Kreditkartennummer, einzugeben.

Selbstverständlich stammen diese Nachrichten von keinem echten Transportdienstleister, heißt es in dem Schreiben des Polizeipräsidiums. Die Täter nutzen derzeit offenbar auch die Corona-Pandemie, in der besonders viele Waren online bestellt und deren Versand erwartet wird.

Massenhafter Versand von SMS-Nachrichten

Auch in ganz Oberfranken erhielten Handynutzer vermehrt derartige SMS und öffneten den Link. Die Folge ist unter anderem der massenhafte Versand von SMS-Nachrichten mit dem Paketbenachrichtigungslink von deren Mobilfunknummer, unter anderem an die abgespeicherten Kontakte. Somit können die neuen Empfänger durchaus auch die automatisch generierten Nachrichten personalisiert, mit ihrem Namen oder ihrer Berufsbezeichnung, erhalten.

Die oberfränkische Polizei warnt und gibt folgende Informationen und Tipps:

•Klicken Sie auf keinen Fall auf Links, die Ihnen von unbekannter Seite und unerwartet zugestellt werden. Sollten Sie den Absender tatsächlich kennen, fragen Sie auf alternativem Weg nach, was sich hinter dem Link verbirgt und ob der Versand beabsichtigt war.

•Bestätigen Sie keine Installation von fremden Apps auf Ihrem Smartphone.

•Deaktivieren Sie bei dem Betriebssystem „Android“ die Möglichkeit, unbekannte Apps installieren zu können.

•Richten Sie unbedingt bei Ihrem Mobilfunkprovider die Drittanbietersperre ein, um weitere Kosten zu vermeiden. Diese kann kostenlos über den jeweiligen Service gebucht werden.

•Wenn Sie eine oder ein paar wenige SMS bekommen haben, dann muss es nicht bedeuten, dass Sie bereits die Schadsoftware installiert haben. Solange Sie den Link nicht angeklickt haben, ist Ihnen noch nichts passiert.

Wenn Sie bereits auf den Link geklickt haben:

•Schalten Sie Ihr Smartphone in den Flugmodus.

•Richten Sie, wenn nicht bereits geschehen, die Drittanbietersperre ein.

•Ändern Sie eventuell eingegebene Zugangsdaten.

•Informieren Sie Ihren Provider.

•Prüfen Sie, ob durch die SMS bereits Kosten zu Ihrem Nachteil verursacht wurden. Gegebenenfalls können Sie einen Kostennachweis bereits beim Provider einholen.

•Erstatten Sie Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle. Bringen Sie dazu das Smartphone, gegebenenfalls Screenshots, Kostennachweise, etc., mit.

•Lassen Sie das Smartphone von einem Fachmann überprüfen.

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