Skeptisch sieht Eichhorn vor allem die Pläne für die Sommermonate. Gerade in der Zeit, in der am meisten Wasser verbraucht werde, solle dem wärmeren Wasser aus der Kinzigtalsperre kühles Grundwasser aus dem Vogelsberg beigemischt werden. Nach Ansicht Eichhorns muss in der Rhein-Main-Region deutlich mehr Wasser eingespart werden.
Behörde weist auf Grenzen der Wassernutzung hin
Auch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie sieht in der Nutzung von Talsperrenwasser grundsätzlich eine Möglichkeit, die Grundwasserentnahme zu reduzieren. Allerdings weist die Behörde auf die Grenzen des Vorhabens hin.
Oberflächenwasser aus einem Stausee sei im Vergleich zu Grundwasser anfälliger für Qualitätsschwankungen und enthalte unter anderem mehr Schwebstoffe, organische Stoffe und Mikroorganismen. Deshalb sei für die Trinkwassergewinnung ein höherer Aufwand bei der Aufbereitung erforderlich. Hinzu komme, dass sich in den warmen Sommermonaten das Wasser im Stausee deutlich erwärme und deshalb weiterhin Grundwasser benötigt werde.
Zwar könne eine geringere Entnahme im Winter zu einer gewissen Erholung der Grundwasserstände führen. Die eingesparte Wassermenge lasse sich nach Einschätzung wegen der komplexen unterirdischen Strömungsverhältnisse jedoch nicht einfach auf den Sommer übertragen. Das im Winter weniger geförderte Wasser stehe deshalb nicht automatisch zu einem späteren Zeitpunkt wieder vollständig zur Verfügung.
Auswirkungen auf die Kinzig
Darüber hinaus warnt das Landes-Umweltamt vor möglichen Auswirkungen auf die Kinzig: Wird in Trocken- und Niedrigwasserperioden zusätzlich Wasser aus der Talsperre entnommen, könne dadurch die Wasserführung des nachfolgenden Flussabschnitts weiter sinken. Das könne unter anderem höhere Wassertemperaturen, geringere Strömungsgeschwindigkeiten und einen Verlust von Lebensräumen zur Folge haben. Auch die Bedingungen für Fische und andere Gewässerorganismen könnten sich dadurch verschlechtern.