Wechsel im Rathaus Ein Trio sagt: Macht’s gut!

Karl-Heinz Hofmann

Wolfgang Günther, Georg Köstner und Daniel Gerber bringen es zusammen auf mehr als 100 Dienstjahre im Rathaus Kronach. Im Herbst gingen sie in Ruhestand und blicken nun zurück auf viele Großprojekte.

  Foto: Karl-Heinz Hofmann

In der Stadtverwaltung Kronach gab es im Herbst großes Stühlerücken. In der Leitungsebene der Verwaltung gingen drei Strategen in den wohl verdienten Ruhestand: Daniel Gerber, Stadtplaner und Leiter der Bauabteilung schied nach 30-jähriger Dienstzeit aus. Wolfgang Günther brachte es auf 37 Dienstjahre im Rathaus und war zuletzt nach vorherigen Positionen im Bauamt und als Geschäftsführer der Landesgartenbaugesellschaft als Leiter der Finanzverwaltung tätig. Und Georg Köstner war gar mehr als 40 Jahre im Rathaus tätig, unter anderen im Hauptamt und später als Leiter der nichttechnischen Bauverwaltung und Leiter des Bereichs Wirtschaftsmanagement.

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Im Rückblick erinnern sich die drei an weitreichende Entscheidungen, denen viele Diskussionen vorausgegangen waren. „Es war nicht immer leicht, alle Stadtratsbeschlüsse umzusetzen“, sind sie sich einig. Wenn auch in verschiedenen Funktionen tätig, so seien doch viele Maßnahmen immer wieder abteilungsübergreifend im gemeinsamen Engagement zum Ziel zu führen gewesen. Wie die Landesgartenschau oder die Sanierung der Festung Rosenberg. Zwei Projekte, die sich über viele Jahre hinweggezogen und sowohl den Kämmerer, den Stadtplaner wie auch den Wirtschaftsmanager beschäftigt hätten. Weitere Beispiele seien der Umbau und Ausbau des Erlebnisbades Crana Mare, die energetischen Sanierung von Lucas-Cranach-Grundschule und dem Rathaus sowie dem Feuerwehrgerätehaus Kronach und langfristig laufende Projekte wie die Dorferneuerungen in Neuses und Friesen gewesen. Denn es mussten sowohl stadtplanerische und ortsbildprägende wie auch wirtschaftliche Belange und nicht zuletzt die Fördermöglichkeiten unter einen Hut gebracht werden. Das, so seufzen die drei Pensionäre im Einklang als hätten sie es vorher geübt, „forderte oftmals viel Geduld, Einfühlungsvermögen und viele Gespräch mit Bürgermeister und Bürgermeisterin, Stadtrat und Aufsichtsbehörden sowie mit Geldgebern seitens der Regierung von Oberfranken und darüber hinaus auch mit Staatsministerien.“ Daniel Gerber sieht die Festung Rosenberg als Jahrhundertaufgabe. Große weitere Herausforderungen seien im Innenstadtbereich der Kühnlenzhof, deren Sandsteinbau mit der Passage man vor dem Verfall zwar retten konnte, man aber weiter an dem Kernbereich des einstigen Industriegeländes zu kämpfen haben wird. Gleiches gelte für die geplante Generalsanierung des Bürgerspitals sowie dem neuen Verkehrskonzept in der Innenstadt, das gemeinsam mit dem Kommunalunternehmen Lucas-Cranach-Campus entwickelt werden soll.

Ein weiteres Projekt wurde mit der Umsetzung der Finanzhochschule des Freistaates Bayern von Herrsching nach Kronach in Angriff genommen. Hier war man mit dem Kauf des Grundstückes des ehemaligen Hagebaumarktes und dem Abriss der Gebäude fast fertig, da kam von der Staatsregierung die Entscheidung, Kronach nicht nur als Teilstandort für 200 Studierende aufzustellen, sondern als neuen Standort der Finanzhochschule für insgesamt 600 Studenten aufzubauen. „Ein Riesenprojekt und wahrlich eine ehrenvolle, aber auch zugleich große Herausforderung für die Kreis- und Hochschulstadt Kronach“, wie alle drei bekennen.

Aber damit müssten sich nun hauptsächlich die Nachfolger in den Abteilungen Finanzverwaltung, Stadtkämmerin Annika Beetz und Nikolai Freiherr von Brandis als Stadtplaner und Leiter Bauverwaltung auseinandersetzen. Gleiches gelte für laufende Großprojekte wie die Spitalbrücke, das Mehrzweckhaus in Dörfles, der digitale Breitband-Ausbau mit Glasfaseranschlüssen, die umfassende Sanierung der Kulmbacher Straße und Fortführung der Sanierung der Festung Rosenberg und mehr. An Arbeit werde es nicht mangeln und daher wünsche man den Nachfolgern viel Erfolg bei den anspruchsvollen Aufgaben, so die neuen Ruheständler.