Weihnachtsmarkt 2021 Teure Bescherung

Ein echtes Schmuckstück: der Weihnachtsmarkt in der Vestestadt. Foto: Henning Rosenbusch

Die Stadt Coburg setzt beim diesjährigen Weihnachtsmarkt auf die 3G-Plus-Regel. Die aufwendigen Kontrollen erfordern zusätzliche finanzielle Mittel.

Coburg - Wer in diesem Jahr den so heimeligen Weihnachtsmarkt im Zentrum von Coburg besuchen möchte, die oder der wird aller Voraussicht nach geimpft, genesen oder im Besitz eines negativen maximal 48 Stunden alten PCR-Tests sein müssen. Eine entsprechende Verordnung der Stadt soll noch folgen. Allerdings fallen mit der Anwendung der sogenannten 3G-Plus-Regel aufwendige Kontrollen an, die die Kommune zusätzliches Geld kosten wird. Der Finanzsenat hat diese Mittel auf seiner Sitzung am Dienstagnachmittag einstimmig freigegeben. Konkret handelt es sich um gut 46 000 Euro – eine teure Bescherung.

Der Tagesordnungspunkt hatte es im Vorfeld erst äußerst kurzfristig auf die Agenda des Senats geschafft, lange behandelt wurde er dann ebenso nicht. „Ich denke“, setzte Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) gleich zu Beginn den Ton der folgenden Viertelstunde, „dass alle bestrebt sind, dass es dieses Jahr einen Weihnachtsmarkt gibt, der dem einen oder anderen wieder etwas Freude ins Gesicht zaubert.“ Im Dezember 2020 war das allwinterliche Highlight der zweiten, heftigen Corona-Welle in Deutschland zum Opfer gefallen.

Unter dem Strich: gut 46 000 Euro

Michael Selzer bezeichnete das favorisierte 3G-Plus-Modell als die „Goldstandardlösung“. Nur so könne man gewährleisten, dass die Veranstaltung in „halbwegs normalen Bahnen“ ablaufen könne, so der Mann vom Stadtmarketing. Bei Anwendung dieser Regelung entfällt nicht nur die allgemeine Maskenpflicht, sondern auch das obligatorische Mindestabstandsgebot. Wer schon einmal des Abends einen Glühwein auf dem so heimeligen wie gedrängten Coburger Weihnachtsmarkt getrunken hat (oder auch zwei), weiß, dass insbesondere letzteres eigentlich Grundvoraussetzung ist für dessen Durchführung.

Der zusätzlichen finanziellen Mittel bedürfe es, erläuterte Selzer, weil das vorhandene städtische Personal die nötigen Kontrollen an den beiden vorgesehenen Eingängen nicht leisten könne. Hierzu plant die Stadt, einen Security-Dienst in Auftrag zu nehmen. Das Volumen: etwa 1700 Stunden an insgesamt 28 Tagen. Bei einem Stundensatz von circa 23 Euro macht das etwas mehr als 39 000 Euro. Dazu um die 3000 Euro für ein womöglich erforderliches Besucherzählsystem und 4000 Euro für eine Umzäunung sowie die entsprechende Planung. Unter dem Strich: gut 46 000 Euro.

„Das ist unser Beitrag in der Pandemie, und den sollten wir leisten, auch wenn es noch etwas mehr würde“, befand SPD-Stadträtin Bettina Lesch-Lasaridis. Die Kosten seien bitter, „ja, aber das können wir stemmen.“ Während Alper Hasirci (parteilos) beschwor: „Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.“ Und CSU-Kollege René Boldt schelmisch urteilte: „Na ja, einmal kann man es machen.“

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