Schon das Abkommen selbst war unter dem Eindruck von Drohungen der US-Regierung ausgehandelt worden. Die EU-Kommission wollte damit im vergangenen Sommer einen Handelskrieg abwehren.
Verbände: US-Zölle schaden Unternehmen
Deutsche Wirtschaftsverbände sahen in der Zustimmung einen wichtigen Schritt. Indem die EU das Abkommen umsetze, stärke sie ihre Verhandlungsposition gegenüber Washington und könne mit mehr Nachdruck darauf bestehen, dass auch die USA Vereinbarungen einhalten, sagte etwa Wolfgang Niedermark, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI).
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer versprach sich von der Zustimmung mehr Berechenbarkeit in den transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen - auch wenn der Deal an sich asymmetrisch sei. Klar sei aber: "Die US-Zölle stehen im Widerspruch zu den internationalen Verpflichtungen der USA und schaden Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks" teilte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier mit. "Umso wichtiger ist es, dass die EU den neuen Vorwürfen der US-Seite zu angeblichen Überkapazitäten oder Importen mit Zwangsarbeit entschieden entgegentritt, sofern diese als Rechtfertigung für neue Zölle herangezogen werden."
Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) wertete die Zustimmung und die eingebauten Schutz- und Aussetzungsmechanismen als richtig. "Europa darf nicht untätig bleiben, wenn die Vereinigten Staaten von den Vereinbarungen abweichen oder neue einseitige Maßnahmen ergreifen. Zollzugeständnisse müssen ausgesetzt werden können - und im Ernstfall muss Europa davon auch entschlossen Gebrauch machen", forderte BGA-Präsident Dirk Jandura.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) wies darauf hin, dass er das Handelsabkommen 2025 wegen der Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen grundsätzlich begrüßt habe. "Gleichsam gilt: Auch die aktuell geltenden US-Zölle in Höhe von 15 Prozent für Pkw und deren Teile stellen weiterhin eine spürbare Herausforderung für die deutsche Automobilindustrie dar", teilte VDA-Präsidentin Hildegard Müller mit. "Die seit dem 1. November 2025 geltenden zusätzlichen US-Zölle von 25 Prozent auf europäische Nutzfahrzeuge und deren Teile sowie zusätzliche 10 Prozent auf Busse belasten die betroffenen Unternehmen erheblich. Die zusätzlichen Zölle auf Lkw-Teile treffen vor allem auch die vielen Zulieferbetriebe der Branche."
Wichtige Handelspartner
Die EU und die Vereinigten Staaten unterhalten umfassende bilaterale Handels- und Investitionsbeziehungen. EU-Zahlen zufolge geht es um fast 30 Prozent des weltweiten Handels mit Waren und Dienstleistungen und um 43 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. 2024 belief sich der Handel mit Waren und Dienstleistungen zwischen der EU und den USA auf ein Volumen von rund 1,7 Billionen Euro.
Deutschland exportiert viele Kraftwagen und Kraftwagenteile, pharmazeutische Erzeugnisse und Maschinen in die USA. In den ersten drei Monaten des Jahres exportierte die Bundesrepublik nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) Waren im Wert von 36,2 Milliarden Euro in die USA. Das waren 12,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, bevor die hohen Einfuhrzölle unter anderem auf Autos in Kraft traten. Aus den USA importierte Deutschland im gleichen Zeitraum Waren im Wert von 23,8 Milliarden Euro (plus 1,9 Prozent).