Trauer in Coburg Werner Stubenrauch war ein Freund der leisen Töne

Werner Stubenrauch engagierte sich vielseitig in der Coburger Kulturszene. In einem Nachruf würdigt die Initiative Stadtmuseum sein außergewöhnliches Wesen und Wirken.

Auch als „Maler mit der Kamera“ war Werner Stubenrauch bekannt und geschätzt. Foto: Stephanie Gertz

Werner Stubenrauch gehörte zu jenen Menschen, die im Stillen wirken. In der Coburger Kulturszene war der begeisterte Theater- und Kunstfreund ein bekanntes Gesicht und ein geschätzter Mitstreiter und Ratgeber. Er engagierte sich im Vorstand der Ballettfreunde Coburg e.V. und war lange Jahre Geschäftsführer der Initiative Stadtmuseum Coburg e.V.. In dieser Funktion vereinte sich seine Begeisterung für Kultur und Geschichte gut mit dem beruflichen Hintergrund des Steuerberaters. Im Alter von 71 Jahren ist Werner Stubenrauch nach langer, geduldig ertragener Krankheit Anfang Oktober verstorben.

Nach der Werbung weiterlesen

Zauberer der Fotografie

In einen Nachruf würdigt der 2. Vorsitzende der Initiative Stadtmuseum, Rupert Appeltshauser, das Wirken Werner Stubenrauchs, der auch selbst künstlerisch tätig war: Als ein „Zauberer der Fotografie“ ließ er mit Impressionen und Stadtansichten die Sehgewohnheiten „im wahrsten Sinne des Wortes aus den Fugen“ geraten, schreibt Appeltshauser und erinnert an die sehr erfolgreiche Ausstellungen Stubenrauchs, unter anderem im „Rückert 3“.

Als „Malen mit der Kamera“ beschrieb Werner Stubenrauch selbst seine Arbeit. Seine „Bilder aus dem Leben“, die häufig übersehene alltägliche Dinge, Architekturen oder Landschaften in ungewöhnlichem Blickwinkel zeigen, künstlerisch durch digitale Bildbearbeitung verfremdet, ohne dabei abstrakt zu werden.

Effektvolle Fotografie: „Dachlandschaft“ von Werner Stubenrauch. Foto: Stubenrauch

In seinen Nachruf würdigt Appeltshauser auch die ausgleichende Persönlichkeit des Verstorbenen: „Werner Stubenrauch gehörte zu den bewundernswerten Menschen, in deren Umgebung es nie laut wurde. Auch in Situationen, in welchen bei manchen die Zügel der Emotionen sich zu lockern drohten, war er stets mit einem freundlichen Wort zur Stelle.

Diese Kraft des Ausgleichs, die Fähigkeit, im positiven Sinne über den Dingen zu stehen, hatte in gewisser Weise auch zu tun mit der Erfahrung eines jahrzehntelangen Kampfes mit einer schweren Krankheit. Wo andere in Verzweiflung fallen, fand er immer wieder die Kraft zu einem neuen Anfang.

Hoffnung auch in schwerer Zeit

Mit jedem Jahr, das ihm das Leben immer wieder auf das Neue schenkte, sah er nicht die Einschränkungen, die es mit sich brachte, sondern den Gewinn. Bis in seine letzten Tage hinein.

Jetzt hat ihn die Krankheit doch eingeholt. Wir betrauern den Verlust eines loyalen und wertvollen Begleiters und Freundes. Und doch gibt es einen Funken Hoffnung. Auch angesichts des nahen Todes blieb Werner Stubenrauch sich und dem ihm eigenen Optimismus treu: ,Was soll ich denn verzweifeln, ich bin eher darauf gespannt, was da noch kommen könnte.’“